Detlev von Duhn empfiehlt:


 

 

John Hiatt – The Eclipse Sessions
The Eclipse Sessions

LP oder CD

Für meinen Geschmack seine beste LP seit längerer Zeit. Rund und zugleich sehr angenehm abgespeckt instrumentiert (Saiten/Tasten), nie zu viel, nie zu wenig, edel, ohne jeden Ego-Trip, geschmackvoll im besten Sinne, die Soli (wenn überhaupt) knapp und songdienlich; relative Abwechslung in der Klangfärbung der Stimme. Völlig unspektakulär im Prinzip, die Songs eigentlich ziemlich einfach gehalten, konservativ strukturiert – doch so gut! Songwriter-Roots-Sound alter/zeitloser Machart (ein wenig The Band), so schlichter wie bestechender Folk (old-school, sachte, poetisch und relativ intim), lebhaft und bluesig eingefärbt (schleichend packend), ein Hauch J.J. Cale (nur eine Spur „wacher“), ein bischen an Little Village-Zeiten erinnernd (R´n´B´n´Rock), Americana (1x sogar gar nicht so weit weg von Guy Clark, wunderbar altersgegerbt), mächtig und stoisch rockend (sofort packend)/hochgepitcht mit Besinnungsmomenten, in sich ruhende pure Poesie (offen rootsig), traditionsgeschulter Blues in aller Ruhe (mit feinster akustischer Slide)… Eine klare Empfehlung!
 

 

 

Neneh Cherry – Broken Politics
Broken Politics

LP oder CD

Endlich Neues aus 2018 unter Beteiligung von Four Tet und Massive Attacks 3D im Studio der deutschen Jazzlegende Karl Berger (der mit ihrem Stiefvater-Don Cherry- spielte) aufgenommen. Inhaltlich intelligent-politisch geprägt, stimmlich klasse und auf der Höhe, musikalisch insgesamt ruhiger als erwartet – und ganz schön vielfältig: Viel R´n´B/Modern Soul, doch nie alleine für sich stehend, in wechselnder Form und Kombination, die Grooves/Beats manchmal etwas offensiver, öfter jedoch eher zurückhaltend bzw. effektvoll langsam, Club-Flair, mal ein Hauch Dub-Feeling, mal eine Art Breakbeat, mal intelligent federnd – aber es gibt auch nur sehr sachte rhythmisierte Stücke. Mehrfach erfreuen eine kleine Prise Afrika (und/) oder Jazz, wunderbar schlüssig integriert, genauso wie Pop-Elemente mit Anspruch, einen (behutsamen) Track könnte man annähernd als „Moderne trifft (afrikanische) Archaik“ bezeichnen (mit süßen becircenden Sounds), es tauchen kurz eine Trip Hop-Tendenz auf, Hip Hop-Spuren (samt Raps) oder repetitive Momente, im Grunde sind viele Songs stilistisch einfach nicht festzumachen, die Begriffe unzulänglich, ihre Vorgehensweise wirkt teilweise zeitlos und zeitgenössisch gleichzeitig. Atmosphärisch glänzend gestaltete Tracks wechseln mit bestechend reduzierten und federleichten, beinahe meditative mit lebhafteren oder relaxten, vielerlei Loops und Electronics bzw. Synths werden faszinierend mit „natürlichen“ Instrumenten (z.B. Kora, Harfe, Vibrafon, Marimba, Flöte) kombiniert, Samples inklusive (z.B. von Ornette Coleman!), immer wieder betören wirklich zauberhafte Klänge sowie ( z.T. repetitive) Loops/Figuren geradezu! Samt attraktiver zugehöriger Motive. Ein zumindest für mich unerwartet gelungener und berührender musikalischer Leckerbissen, eine weitere klare Empfehlung!
 

 

 

Julia Holter – Aviary
Aviary

LP oder CD

Kurz gesagt: Ein überwältigendes Wunderwerk. Wer Lust auf neue Musikerfahrungen ohne alles Genre- und Klang-Grenzen hat, auf totalen Freigeist und unerhörten Einfallsreichtum, liegt hier richtig. Das ist oft sehr schwer einzuordnen/beschreibbar, aber ich versuch´s mal: Eine Art offener leiser Folk Jazz (mit Momenten von Värttinä/Bulgarian Voices) in zart, inspiriert, filigran/feinziseliert, leicht schwebend. Sowas wie freihändiger Spiritual Avant-Free Rock (manche würden sagen Free Jazz) in ungeheuer dicht gepackt und intensiv, darüber thront in absolutem Kontrast fast majestätisch die Stimme (klasse!), am Ende orgiastisch. Ethno-Avantgarde in losgelösten rhythmusbefreiten Flächen. Buntest schillernder zeitgenössisch-psychedelischer von allen Konventionen entbundener (Indie) Rock Pop. Eine schwerelose und eine düster-bedrohliche apokalyptische Meditation in outer space (Letztere in „Post Psychedelia“ mündend). Jazz, „Post-Rock“, Avant-Symphonic und Modern Psyche in einem, hypnotisch von leisen zurückhaltenden Anfängen bis zur mehrschichtigen Verdichtung. Neo-Avantgarde-Klassik in fluoreszierende bestechende frei im Raum geisternde bis dezent pulsierende fantasievolle Klangbilder getaucht, später Erinnerungen an Laurie Anderson oder auch avancierte Björk. Wunderbar auch die diversen Balladen, z.B. zunächst sanfte ruhige eher orthodoxe dann immer stärker anschwellende in einem Fall fast kakophonische, woanders dezent schwelgerische kurzzeitig halluzinogene; oder zarter fast nackter sehr individueller „Songwriter-Pop“ mit Anspruch und von fremd/eigenartiger becircender Schönheit, im nächsten Track toller getragener Erhabenheit (mal Piano, mal Orgel im Zentrum). Ungewöhnlich ein ins Balladen-Umfeld eingebetteter hüpfender gutgelaunter 80s-Post Wave-artiger Mittelteil. Insgesamt höre ich ab und zu gewisse Robert Wyatt-Parallelen – ohne so zu klingen, einfach diese Art des Freidenkertums. Unglaublich vielschichtige Musik, die unerhört dicht gewobenen/arrangierten ideen- und klangfarbenreichen Soundlandschaften/Kaleidoskope (Orgel, Keyboards, Synths, Piano, Gitarre, Bläser, viele Streicher, Harfe, Dudelsack und mehr) faszinieren aufs Höchste, immer wieder, und immer wieder ganz anders. Auch der Gesang ist klasse, der „normale“ vielseitige wie die herrlichen klangmalerischen Aspekte. Dieses Jahr habe ich wohl noch kein so facettenreiches Werk gehört, um all das zu erfassen werde ich beinige Zeit brauchen. Atemberaubend, meint das Info zu Recht, ihr Opus Magnum in mehrfacher Beziehung (15 meist etwas längere Stücke in 90 Min.). Ich finde sie von Mal zu Mal besser.
 

 

 

Pixies – Come On Pilgrim/Surfer Rosa (30th Anniversary Edition)
Come on Pilgrim-It'S Surfer Rosa

3LP oder 3CD

2018er Reissue, CD im Hardbook, Vinyl in gold. Okay, über das 8-Track-EP-Debut und ihre eigentliche 1. LP (1987/88), die beiden Klassiker mit jeder Menge Schärfe und erheblichem Einfluß, teils noch punky, noisig, muß man keine großen Worte mehr verlieren. Inkl. dem himmlischen Where Is My Mind und klasse Songs wie Caribou, Nimrod´s Son, Levitate Me, Bone Machine, Gigantic. Aber es gibt ja noch die 3. LP/CD: Live From The Fallout Shelter, ein bislang offiziell nicht erhältliches Radiokonzert dessen  Sound hier okay ist von 1986 (also noch vorm Debut), bei dem die Trademarks der ersten Zeit schon da sind (insgesamt nur etwas schroffer). 15 Songs in angemessener Kürze (gerade 2, knapp, über der 3 Min.-Marke; plus auf CD ein Interview), fast alles von Pilgrim, 2 Tracks schon von Surfer Rosa, dazu die erst Jahre später rausgekommenen Subbacultcha (roh!) und Down To The Well (hier viel schneller) sowie die von „Demos“ bzw. 7“-B-Sides bekannten Build High (unter 50s-Einfluß), Rock A My Soul (feine Gitarren-Licks) und das nie offiziell erschienene Boom Chicka Boom – alles richtig gut! Als Letztes das Cover In Heaven (u.a. von David Lynch, Tuxedomoon bekannt), eigentlich ja eine Ballade, in einer sehr aggressiven Version.
 

 

 

Barbara Morgenstern – Unschuld und Verwüstung
Unschuld und Verwüstung

LP oder CD

Neues aus 2018,variabel und doch stimmig, Elektronik wie natürliche Klänge, gern beides parallel. Nicht nur das ergibt diverse reizvolle/interessante Kontraste. Z.B. auch, wie behutsam rhythmisierter „Electronica-Songwriter-Indie-Balladen-Pop“ (oder so) auf deutlich langsameren Gesang (der mich durchweg sehr anspricht) trifft; oder (in ähnlicher Stil-Kombination) die ganz unterschiedliche Melodik von Gesang und Synthie, woanders vom eher modernen Synth-Pop und den tendenziell zeitlosen Melodien traditioneller Lieder. Bei einer tropfenden bis dräuenden dunklen Ballade (überhaupt ist der balladeske Anteil sehr hoch!) dachte ich anfangs an Nico, bevor sie deutlich zeitgenössisch noisig-flächig (und faszinierend!) verdichtet wird. Ab und an fühlte ich mich an Robert Wyatt erinnert (mit dem sie ja arbeitete und der Fan von ihr ist), ob in der Art einer „gebrochenen Feierlichkeit“ oder im experimentelleren Modus. Zwischendurch wird´s etwas Chanson-haft, in reduzierter avancierter/unkonventioneller spannender Form, oder sie zelebriert so etwas wie Diskurs-Pop (balladesk doch rhythmisch attraktiv/beweglich, ein wenig in Fragmenten, mächtig kontrastreich, inkl. dramatischer Aufschwünge), gemahnt gar in einem düsteren Instrumental entfernt an die Berlin-Phase Bowies, wirkt „altmodisch“ und leicht folkig in einem schönen Piano-Song (dunkel und getragen unterlegt, schließlich in einen gut konsumierbaren Avant-Modus mutierend samt klasse integrierter Bläser). Sogar purer simpler Electro Pop und ein Hauch songhafter (Symphonic-) Prog ist dabei. Das alles basiert im Wechsel oder gemeinsam v.a. auf Synth, viel Harmonium und Piano, Orgel, Keyboards, hier und da Electronics oder Bläsern. Und sie singt trotz einiger englischer Songtitel wie gewohnt deutsch.
 

 

 

Brant Bjork – Mankind Woman
Mankind Woman

LP oder CD

Der ex Kyuss + Fu ManchuMusiker mit neuem Material. Mal in der Tradition Blues-beeinflußter Rock-Bands, wie Cream, oder ein paar Hendrix-Spuren – in kompakter, konzentrierter, songorientierter Form. Was auch auf heavy Stoner Rock zutrifft, zugleich wie früher und etwas aktueller. Anderswo knochentrockener nicht sonderlich harter bzw. federnd fließender „Desert Rock“ mit einer kleinen Prise Acid Psychedelia in den Gitarrenfeatures. Oder funky groovend, dunkel repetitiv mit zeitgemäßen Noten (und nochmal Hendrix-Anleihen, diesmal der rockigen non-tradierten Art); typischer Früh-70er Proto-Hard Rock; handfester zeitloser gemäßigt schwerer Psychedelic Rock; und schließlich ein bunter Zitate-Mix aus Hendrix, Cream, Led Zep, gar John McLaughlin (Devotion!), Classic meets Modern Psychedelia, inkl. komplexerer Momente. 1,2 Mal taucht kurz 60s-Pop-Einfluß auf. Die 5-Minuten-Marke überschreitet kein Song, selbst die 4 nicht oft!
 

 

 

Sophie Hunger – Molecules
Molecules

LP oder CD

Neues 2018ner Album...Oh, das ist doch schon ein ziemlicher Unterschied zu früher – wegen des massiven Elektronik-Einsatzes, außerdem singt sie jetzt komplett in Englisch. Okay, manchmal gesellt sich eine Akustikgitarre hinzu (und es paßt zusammen). Ihre Stimme jedoch hat nichts von ihrer phasenweise bestechend verführerischen Qualität eingebüßt! Und zu meiner eigenen Überraschung mag ich das Ergebnis trotzdem. Man könnte es z.B. elektronischen Songwriter-Pop mit Anspruch (und partiell Widerhaken, auch rhythmischen) nennen, oder einfach modernen Indie (Groove) Pop inkl. z.T. zeitgenössischen Beats, es gibt Einflüsse aus 80er Jahre-Synth Pop (teils wiederum samt Groove-Aspekt, oder deutlich aktualisiert), melodiebetonten Electro Pop mit Sequencer, oder eine Art betörenden elektro-akustischen Folk Pop (mehrfach). Egal, ob die Songs relaxt tuckern, eine gewisse Süße ausstrahlen, (ganz gern) dunkel bis düster (und sporadisch mysteriös) klingen, geradezu zart-minimalistisch ausfallen oder sanft und entspannt, fast allen gemeinsam ist sehr viel Atmosphäre und meist ein angenehm melancholischer Faktor.
 

 

 

Phillip Boa & The Voodoo Club – Earthly Powers
Earthly Powers (Deluxe Edition mit Bonusalbum) 2018 | Doppel-CD

LP oder CD

Ich muß gestehen, ich hab seine Karriere schon länger nicht mehr verfolgt. Er klingt hier zeitgenössisch, zeitlos und nach den 90ern zugleich, jede Menge „Indie Rock“-Input unterschiedlicher Art und Zeit. Strukturell/kompositorisch eigentlich konservativ. Mal etwas (Post) Punk-Ästhetik, mal eher Alt. Rock, mal sowas wie Modern-Rock oder -Power Pop, sehr schön ein funky 80s-Groove-Wave-Track in aktualisiert, und speziell in einigen Balladen eher Pop als Rock (in z.T. dunkler Atmosphäre). Fein auch eine Art Mix aus 90er Brit Pop und College Rock, einer von 2 ziemlich hymnischen Stücken – überhaupt wird sehr viel Wert auf substanzhaltige Melodien gelegt. Diverse stark beschleunigte Songs, kontrastiert von einigen tendenziell elegischen, ab und zu wird eine akustische Gitarre eingeflochten (gerade nicht in den Balladen). Rhythmisch oft variabel und interessant gestaltet, mit (im Gegensatz zur Musik) Rückgriffen auf alte Zeiten (60s z.B.).
 

 

 

The Coral – Move Through The Dawn
Move Through the Dawn

LP oder CD

Zurück zum prägnanten kompakten Pop (mit mal weniger, mal etwas mehr oder praktisch fehlendem Rock-Anteil), zurück zur melodieverliebten alten Schule mit manch catchy Song. Gleich die ersten 3 Stücke (viel Drive oder locker-flockig) besitzen große Klasse, beschwören noch mehr als die anderen die späten 60er/frühen 70er – retro pur! Okay, es gibt auch Tendenzen zu einer Art buntem zeitlosem freundlichem Indie Pop mit Retro-Momenten sowie relaxten Folk Pop, der auch aus dem letzten Jahrzehnt stammen könnte (1x zudem klassischen Songwriter-Folk, akustisch-abgespeckt), aber meist sind die Referenzen/Assoziationen Bands wie Badfinger, Traveling Wilburys, entfernter The Move oder Bee Gees in gut, und mehrfach ELO (quasi in die 60s versetzt und großvolumig oder etwas rockiger ohne Bombast). Zwischendurch kommt kurz ein dezenter Psyche-Einfluß zum Tragen.
 

 

 

Wolvespirit – Fire And Ice
Fire and Ice

LP oder CD

Die gewohnte eindrucksvolle rauhe weibliche Power-Stimme, die gewohnte markante Orgel (samt ein paar konzentrierter Solo-Features), der gewohnte in den 70ern (v.a. den frühen) wurzelnde Sound (der manchmal einfach ganz zeitlos wirkt). Harter kompakter dabei für das Genre ausgesprochen melodischer Rock (nicht weit unter der Grenze zum Hard Rock, teils auch darüber); Classic Rock, treibend und schnörkellos – mit sporadischen Prog-Spuren; die 1x auch etwas deutlicher ausfallen, in einem Kontext, der etwas an gemäßigt harte Deep Purple gemahnt; eine bodenständige schlanke Power-Ballade (kurz ein Hauch Klassik-Rock); regelrecht stürmischer trocken knallender Rock; und ein paar leicht hymnische Stücke: Bluesig-melodisch, differenziert samt Pop-Einfluß (und nicht unbedingt 70s-like) oder dezent an Scorpions erinnernd (plus Orgel halt, hier besonders prominent). Gelegentlich dachte ich auch an Bloodrock oder Uriah Heep. Die LP-Fassungen sind alle auf 500 limitiert, die DLP kommt als Crystal Clear-180g-Fassung auf 45 rpm inkl. Kunstdruck und 2 Gutscheinen für ein Konzert von ihnen im Herbst/Winter 2018! Die ltd. CD kommt im Digipak und ist auf 1000 begrenzt.
 

 

 

Kamasi Washington - Heaven and Earth
Heaven and Earth

4LP oder 2CD

(mit jeweils einer SECRET LP bzw. CD!)
Uff. Nach dem (selbst verkaufstechnisch) überall Furore machenden 3er-Set The Epic nun quasi die Fortsetzung, wieder so ein Monster (diesmal zweieinhalb Stunden, die meisten der 16 Stücke 8-10 Min.) mit Chor und Streicherphalanx (punktuell doch immer wieder eingesetzt, unglaublich wirkungsvoll), diversen Bläsern, extrem viel Melodie! Im Vergleich: Im Prinzip treibt er das Konzept auf die Spitze (mit im Einzelnen teilweise auch anderen musikalischen Mitteln bzw. anderer Schwerpunktsetzung), doch es wirkt insgesamt homogener trotz der enormen Vielfalt, etwas weniger Kontraste, noch vollmundiger, (noch) weniger „reine Lehre“. Es gibt mehr Fusion-Einfluß der 70er als bislang (was mich komischerweise hier gar nicht stört, wohl auch wegen dem anders gelagerten Gesamt-Kontext), zumindest in den non-orchestralen Phasen, Anklänge von Herbie Hancock bis (sehr begrenzt) Miles Davis. Jede Menge GROOVE, gern in Richtung (Afro-) Latin-Jazz (wiederum 70er), teils komplexerer/etwas vertrackterer (jedoch wunderbar flüssiger)/polyrhythmischer Art, teils funky, Soul-Jazz- wie sowas wie „Groove-Pop-Jazz“-Tendenzen. Aber natürlich auch gewohnte Hard Bop/Post Bop-Anleihen (z.B. in herrlich leichtfüßiger Form oder mit viel Drive), modales Spiel, gar ein Freddie Hubbard-Cover, mehrfach deutliche Coltrane-Parallelen (bis hin zum Pianospiel). In den Extremen zudem: Ein Soundtrack-artig bombastisch-umhüllendes Stück mit Pop-Touch alter Schule samt wogendem Klangfarben-Meer (erinnert mich leicht an gewisse Alice Coltrane-Sachen; kitschig? Ja klar, so what), ein sattes Free Jazz-Intro. Nur selten tauchen feinsinnige/feinziselierte/ziemlich poetische Momente auf, jedoch nicht in langsamen Tempi – die sind fast durchweg hoch bis wenigstens mittel! Soul-Inspiration kommt ab und zu vor, v.a. im Solo- (oder m/w-Duo-) Gesang (in 4 Stücken, z.B. der tolle Dwight Trible, u.a. bei Horace Tapscott beschäftigt). Die Chöre übrigens funktionieren (mit einer Ausnahme) wortlos. Und dann ist da noch dieser unnachahmliche allumfassende immens emotional aufgeladene orchestrale Überwältigungs-Jazz (inkl. Bop- und Groove-Anteil) von Stücken wie One Of One – fantastisch! Die beständig eingestreuten Soli von Kamasis Sax leben nicht gerade von viel Variation, aber dafür von seiner ungeheuer hohen Emotionalität, emphatisch, inbrünstig, beeinflußt u.a. von Pharoah Sanders (jedoch weniger frei/extrem) – ich finde sie klasse (auch Synthie, Trompete, Posaune, Piano, sporadisch Drums, Bass, Orgel bekommen Solo-Freiräume). Geschmeidige, flüssige, kathartische, hymnische, gefühlsbetonte, cinematische, romantische, dramatische, erhabene, bisweilen spirituell angehauchte Musik von höchstem Kaliber, auf CD 1 einfach großartig und wie aus einem Guß/super aufgebaut, total packend/sogartig, CD 2 wirkt auf mich etwas „zerrissener“ inkl. 2,3 nicht ganz so überzeugender Stücke, hat aber ebenfalls richtige Highlights.
 

 

 

Buddy Guy - the Blues is alive and well
The Blues Is Alive And Well

2LP oder CD

2018er des letzten (?) Überlebenden der großen alten Blues-Meister. Großteils neue Originale. Gäste wie Mick Jagger (feine Harmonica!), Keith Richards, Jeff Beck, James Bay, dennoch: Keine Kompromisse, (meist) purer Blues. Und zwar exzellenter! Schon durch seine generell erstklassige bis geradezu brillante Gitarre (punktuell und gern von enormer Schärfe) und verblüffend kraftvolle Vocals (das Alter hört man absolut nicht!) – was oft auch auf die Musik als solche zutrifft. Fleischig und vollsaftig, ziemlich häufig 50s/Chicago-nah und schleppend (bis extrem langsam), im zeitlosen unbeirrbaren deepen warmen satt orchestrierten Fluß (ein paar Mal teils bestens interpunktierende Bläser), mal auch ein (vokalbetonter) Slow Blues bzw. „Blues auf Samtpfoten“ in slow motion (und von hoher Ausdrucksstärke, superb!), zwischendurch etwas „modernerer“ R´n´B (funky klasse Groove) oder ein ansteckender treibender Boogie. Das Ganze schön Orgel- und/oder Piano-unterlegt (z.T. weit im Hintergrund). Absolut zu empfehlen, und die Gitarrenpower ist wirklich eine Wucht…
 

 

 

Charles Lloyd & The Marvels + Lucinda Williams - Vanished Gardens
Vanished Gardens

2LP oder CD

Neu auf Blue Note, u.a. von Don Was produziert. Na, das nenne ich eine überraschende Besetzung. Neben der hochkarätigen Rhythmusgruppe (E.Harland und Reuben Rogers) begleiten Greg Leisz (meist Pedal Steel) und Gitarren-As Bill Frisell (beide ja schon oft für Williams tätig) den bereits vor mehr als 50 Jahren überaus populären Jazz-Saxofonisten. Lucinda singt auf 5 (4 davon Eigenkompositionen) der 10 durchweg etwas längeren und variablen Stücke, alle Highlights dieses Werkes, die es zu einem besonderen machen: Vor allem 2 (im Prinzip!) Americana-Balladen, sehr deep und berührend, brillanter emotionaler Gesang, poetisches Sax, ob in absolut faszinierender Atmosphäre oder phasenweise doch ein wenig jazziger (v.a. durch das dort sehr aktive partiell dezent ausbrechende Sax). Sowie ein umfassend rootsiger Track inkl. deutlicher Blues-Verweise (aparter Groove, leicht funky, überwiegend Jam-Feeling, superbe Kommunikation der Musiker in meist zurückhaltender konzentrierter Form samt klangmalerischen Vocals von Lloyd, ebensolcher feinster Pedal Steel) und ein relativ Jazz-dominierter von weiteren Roots-Elementen (z.B. Blues) verstärkter zwischen entspannt und agil, ja quirlig (die Rhythmik; das tolle Sax!). Schließlich die Hendrix-Ballade Angel (nur von Guitar/Sax begleitet, wunderschön). Von gleicher überragender Qualität ist das instrumentale Titelstück, wagemutiger/experimenteller, großartiges verzwickt-dicht gewobenes Zusammenspiel, streift sowohl punktuell komplex-groovige Gefilde zwischen Rock und Jazz wie freiere Momente und hoch diffizile/filigrane – Jazz in innovativ, eigen und toll. Gut auch der Rest: Schönheit des Klanges in instrumentaler Melodiösität in Americana-Nähe (wenig Jazz), weich, warm, abgeklärt, fast in sich versunken. Eine leise zarte Jazz-Ballade mit Country-Untertönen, sehr leichtfüßig – wie auch ein Blues-Jazz-Hybrid mit Flöte/Gitarre im Zentrum. Und 1 ausdrucksstarkes Monk-Cover als Sax/Guitar-Duo. Eine lange ganz exquisite CD!
 

 

 

Milk Cartoon Kids -  All the things I did and all the things I didn't do
All the Things That I Did and All the Things That I Didn't Do

2LP oder CD

Neu,von Joe Henry produziert (was ja immer für hohe Qualität sorgt). Einiges klingt wie gewohnt, aber das Duo hat diesmal eine Band dabei – mit (neben der zurückhaltenden Rhythm Group) Pedal Steel (oder feinst klangmalerischer, manchmal auch „normaler“ dezenter E-Gitarre), ab und zu gestreichelter Orgel, Geige, Piano. Der Balladen-Anteil ist hoch, und ihre wunderschönen 2-stimmigen/Harmony Vocals begeistern mich stets aufs Neue! Bezaubernd! Viele Songs besitzen Tiefe, sie bewegen sich zwischen ganz sachtem feingeistigem/zart malendem Folk (partiell auch ebensolche Americana-Tendenzen), geben mehrfach eine Prise old-fashioned Pop dazu (oder 70s-Edel-Songwriter-Pop), ziehen mal das Tempo an (gemäßigt, relativ ruhig bleibt´s trotzdem, samt einer Simon & Garfunkel-Prise), gelegentlich tauchen Country-Einflüsse auf, ab und zu wird´s geradezu extrem intim/introspektiv (z.B. mit dezentem Nick Drake-Verweis, nochmal einem Hauch Simon & Garfunkel). Das Material ist durchweg exzellent, aber die himmlische „zeitlos-alte“ Slow-Motion-Ballade Blindness (irgendwann unterschwelliges Drama), ein fantastischer 10-Minüter in wunderbarer loser Jam-Atmosphäre mit langem großartigen mit ungeheuer viel Seele gespieltem noch dazu harmonisch reizvollem Feature der Akustikgitarren (eh omnipräsent, bestechen die immer wieder, fein gesponnen, grazil, filigran, äußerst delikat! Hier zum Schluß auch etwas extrovertierter) – die Musik ist anders, aber das Flair erinnert mich ein bischen an Pentangle -, sowie das etwas lebhaftere Big Time (Songwriter-Country/Americana trifft Mitt-70er Dylan?) ragen noch einmal heraus. Eine dicke Empfehlung!
 

 

 

Björk – Utopia
Utopia [Explicit]

2LP oder CD

2017er, mit leichter Verspätung besprochen – weil mein Interesse mäßig war, ich habe seit langer Zeit nichts mehr von ihr meiner Sammlung einverleibt. Aber das hier ist für mich nun nach „Vespertine“ ihr bestes (und zugleich längstes) Album überhaupt, zusammen mit „Homogenic“. Wichtigster Partner: Arca, Produzent, zuständig für Beats, Electronics. Die Instrumentierung ist gar herrlich bunt, elektronisch wie (erstaunlich oft!) akustisch, mehr hell als dunkel, vielfältig und/oder mehrschichtig, ganz einfach und sparsam wie komplex, mehr zart/fragil als vollmundig, doch manchmal auch ungemein dicht arrangiert. Ziemlich gern verblüffend friedlich, fast hippie-esk zeitweise. Hauptbestandteile: Flöten (natürlich und verfremdet, mal weniger mal sehr auffällig bis gar dominant, fast immer dabei, teils mehrere)! Einzelne bzw. mehrere Celli (Strings), farbenreiche Synths/Electronics, ein paar Harfen, Field Recordings (sehr schön, Vögel, auch Grillen, Wale). Mit und ohne Beats (wenn, dann meist ungewöhnlich/wagemutig, stolpernd, „fractured“, knisternd; ideenreich und lebendig), z.T. unabhängig vom inneren Rhythmus der Stücke – reizvoll, auch weil es dann doch irgendwie „paßt“. Die Leichtigkeit des Klanges. Ja, das ist Kunst. Eine wunderbar emotionale, zugleich experimentelle. Avantgarde UND (Future) Pop samt harmonischer Schönheit, Technik UND Natur, einiger Folkeinfluß, sporadisch sogar sowas wie liturgische/sakrale Klassik-Elemente. Und ganz exzellenter, ausdrucksstarker Gesang! Teils eher schmucklos (umso schöner), meist (zumindest punktuell) mehrstimmig (zusammenhängend wie unabhängig), ab und zu Chöre/Choräle. Herrlich produzierter und klingender Freigeist, freilich kein Fest der Melodien (die werden häufig wiederholt/wiederkehrende Motive, keine „konventionellen“ Songs). Große Empfehlung!
 

 

 

Park Jiha – Communion
Communion

LP oder CD

2018er, aus Korea. Was für tolle und innovative Musik! Ich liebe Entdeckungen komplett neu- und/oder andersartiger Klänge, vor allem, wenn sie so faszinierend daherkommen wie das hier. Jiha spielt Piri (eine Oboe-ähnliche Flöte) und Yanggeum (hammered Dulcimer, von der Santur abstammend), ihre Begleiter Vibraphon, Bassklarinette resp. Tenorsax und (farbige) Percussion (je bei ungefähr der Hälfte dabei). Koreanische Folk-Traditionen spielen eine größere Rolle, ok, aber nur als Ausgangsbasis (v.a. melodisch/soundmäßig), manchmal nicht mal das. Sie machen etwas völlig Originäres daraus („vergessen“ auch schon mal Korea), ungewohnt/seltsam, doch (zumindest des Öfteren) irgendwie harmonisch, ergänzen, kombinieren verschiedene weitere (manchmal auch dominierende) Stilmittel. Im Einzelnen: Klare, durchdringende, dennoch ruhige bis meditative Klänge, entfernt Ambient-verwandt, aber beweglich, Korea mächtig modifiziert – wie nichts anderes! 2x Korea meets Minimal Music und doch absolut unterschiedlich: Massive Kontraste zwischen zarten/poetischen Parts sowie stark anschwellendem dezent perkussivem hypnotischem Zug (das meint das Label wohl mit, Zitat, „dynamics of Post Rock“); oder leise Phasen treffen gemäßigt/in Wellenbewegungen anschwellende rhythmisierte, mit abermals hypnotischer (Sog-) Wirkung – total neuartig, experimentell, doch auf Anhieb packend (dabei organisch anmutend, keine Dissonanzen). Dann ein ganz ruhiges getragenes meditatives beinahe sakrales Wunderwerk von unglaublicher Schönheit (nur hier spielt sie eine Bambus-Mundorgel mit 17 Pfeifen, im Duo mit Vibrafon) – ein Traum! Korea Fehlanzeige. Die (z.T. noch bessere!) B-Seite dagegen verarbeitet auf bestechende Weise durchweg (teils starke!) Jazzeinflüsse, von wunderbar melodisch-lyrisch bis höchst intensiv (geradezu Free Jazz-artig kurzzeitig) und/oder höchst originell, koppelt sie mehrfach mit Minimal Music- bzw. einer Art Gamelan-Elementen, natürlich (nicht immer) etwas Korea-Folk-Tradition, verwendet einige stoische Rhythmen, generell immer wieder Kontraste differierender Art (Rhythmus, Poesie und Melodie, immens extrovertierte bis gar aggressive Phasen resp. extrem emotionale und leise, sanfte, für Momente tauchen gar Drone-Sounds oder Laurie Anderson-Flair auf). Das pure ungeheuer spannende ungeheuer wirkungsvolle und großartige Abenteuer! Dicke Empfehlung!
 

 

 

Fu Manchu - Clone Of The Universe
Clone of the Universe

LP oder CD

Neues Werk der Kalifornier, im bekannten Fahrwasser überwiegend. (Hard) Stoner Rock, teils rhythmisch intelligent, variabel und dynamisch, hart, kompakt und schnell, oder sehr rough und kantig samt rasender Einlage. Anderswo mächtig heavy, schleppend, dunkel, Sabbath-Spuren, in einem Fall mehr Kontraste und Breaks (auch leisere Passagen). Und ein Hochgeschwindigkeits-Track, straighter, etwas 70s-Flair. Zum (langen, 18-minütigen, phasenweise Jam-artigen) Schluß mit Gast Alex Lifeson (Rush-Gitarrist) jedoch verändern sie das Strickmuster: Epischer/monumentaler riffstarker abwechslungsreicher Stoner inklusive komplexeren Parts, Tempowechseln, auch Kyuss-Anleihen, zwischendurch ungewohnt klirrende Gitarren oder hochgepitchte, Soundeffekte, Space-Spuren, für Momente gar Hendrix- oder Prog-Feeling. Fuzz rules!
 

 

 

Sly & Robbie Meets Nils Petter Molvaer Feat. Eivind Aarset And Vladislav Delay – Nordub
Nordub

2LP oder CD

Das legendäre Reggae-Gespann und der kultige Trompeter – eine außergewöhnliche Kombination. Mit ebensolchem Ergebnis! Zumal Gitarre und Electronics/Keyboards ziemlich kongenial zum (gern relativ klangmalenden und/oder verwehten, melancholischen) Sound beitragen. Dub-artige wunderbar rollende, völlig zeitlose, sowie (Dub-) Reggae-Grooves auf der einen Seite, ruhige/relaxte bis meditative Stimmungen auf der anderen, eiskalte wie warme Klangflächen, mal unterschwellige Spannung (irgendwie Holger Czukay bzw. von ihm dominierten Can nicht unähnlich), mal eine Art Electronic-Ambient-Dub, woraus „Future-Groove-Kraut“ entsteht, mal Dub in outer (electronic) space. Und einige Stücke verarbeiten (eher dezent) Jazzeinflüsse (durch die Trompete, bis hin zu einer Spur Miles Davis), in Verbindung mit handfesteren Grooves/Klängen (z.T. gleichwohl ohne auf elegisches Flair zu verzichten), mit und ohne Dubeinfluß – z.B. als recht knackige teils noisig-aggressive Reggae-Funk-Jazz-Space-Mixtur, oder stoisch mit vielen dunkel-bunten Tupfern, gar unerbittlich treibend, fast gehetzt. Selbst Vocals werden 2x (sehr effektiv! Partiell verdubt) eingesetzt. Phasenweise absolut faszinierende Musik, auch und gerade, immer wieder, atmosphärisch wundervoll.
 

 

 

Ben Harper & Charlie Musselwhite – No Mercy In This Land
No Mercy In This Land (Deluxe Edition)

LP oder CD

2. gemeinsames Werk (das 1., 2013, bekam den Grammy). Einfache Musik ohne Schnörkel, echt und von Herzen, wenn auch unterschiedlich (entsprechend der stilistischen Ausrichtung) aber stets mit viel Gespür absolut klasse produziert, jeweils, hmm, „ganzheitlich“, alles, Bass/Drums, Harmonica und Gitarren (manchmal Piano, einfach kongeniale Backing Vocals) bilden eine untrennbare perfekte Einheit, die Vocals „passen“ wunderbar. Meist im 50s-Blues, teils noch früher wurzelnd (ohne unbedingt nach der Zeit zu klingen), rhythmisch ausgezeichnet/sehr variabel gestaltet, Drums ab und zu nur rudimentär (umso wirkungsvoller; 1x ganz ohne). Top gespielt, aber (ebenfalls passend) ökonomisch, keinerlei Pyrotechnics. Schwer, schleppend und deep mit viel, fast spiritueller Atmosphäre, stoisch treibend, tough und trocken, kraftvoll und ganz wunderbar groovend/fast swingend, packend abziehender R´n´B, 3x alter akust. Folk/Trad Blues (sparsam, gefühlvoll bzw. zurückhaltend, 1x Gospel-Elemente), 2 extrem einfühlsame reduzierte Balladen, rootsig-offener oder „soulig-ursprünglicher“ Art. Ganz feiner Stoff! LP 180g.
 

 

 

Poems For Laila – Dark Timber
Dark Timber

nur CD

Irgendwas hat mich in ihrer Musik schon immer berührt. Auch nach der Reunion im Duo (der alte Chef Tomas + Joanna Gemma Auguri). Hier agieren sie fast durchweg balladesk, gesanglich beide beeindruckend (im Wechsel oder Duett, inkl. Harmony-Stimmen punktuell, manchmal betörend: Sie), eh nie vollmundig, manchmal auch ganz sparsam instrumentiert: V.a. E-Gitarre (teils akustische zusätzlich) und Akkordeon (welches ab und zu etwas dronig wirkt, fast wie ein Harmonium), z.T. Orgel/Synthie und rudimentäre Drums, 1x gar Vibrafon. Folk/Folk Pop steht im Vordergrund, ergänzt von einer Art 70s-Songwriter-(Edel-)Pop, sporadisch eine Spur Blues, ein paar Mal „Walzer-Folk“ (oder Chanson-haft). Kurze Passagen (bis ganze Songs) erinnern mich an Cowboy Junkies, Bowie, teilakustische Walkabouts, „Summertime“, frühe Nico, irgendwie auch an Nick Cave-Balladen. Allgegenwärtige Melancholie, mehr oder weniger dunkel, einfach und schmucklos, bestechend traurig, einsame Herzen, etwas Drama, düster und spooky… Und häufig atmosphärisch stark!
 

 

 

Jimi Hendrix – Both Sides Of The Sky
Both Sides of the Sky [Vinyl LP]

LP oder CD

Neue! Veröffentlichung aus 2018, laut Eddie Kramer (der hier mixte/co-produzierte) das vermutlich letzte Album mit unveröffentlichten Studioaufnahmen – 10 sind´s hier, bei 13 Tracks (die anderen 3 gab´s nur auf längst gestrichenen CDs, einer Single, der Lifelines-Box, der Scorsese Presents The Blues). Inklusiv nie oder seltenst gehörter Songs: $20 Fine und Woodstock (von Joni Mitchell, damals brandneu), beide aber von Stephen Stills gesungen und mit dessen Orgel (jeweils lebendiger Rock); Jungle (ein eher ruhiger Instrumental-Jam, später funky); Things I Used To Do mit Johnny Winters feinster Slide (purer Blues, der Lifelines-Track); Send My Love To Linda (fast zärtliche Ballade wird rockig), Georgia Blues (auch purer Blues, ein Highlight, gerade der Gesang vom alten Kollegen Lonnie Youngblood). Die weiteren Höhepunkte sind unbekannte Fassungen von Hear My Train A Comin´ (langes brennendes scharfes Top-Solo in schwerem Blues), Mannish Boy (viel Feuer, rhythmisch toll), Cherokee Mist (7 Min.-Jam mit Gitarre/E-Sitar-Gespräch, viel klasse heulendes Feedback, dumpfe Trommeln, filigrane/leise Parts). Power Of Soul ist ebenfalls stark (ein Wah-Wah-Fest). Plus ungehörte Versionen von Lover Man (schnell!), Stepping Stone (rasend schnell!), Sweet Angel (Instrumental). Alles 1968-1970, vorwiegend mit Billy Cox/Buddy Miles, Sound okay, offiziell. Gut, 2,3 Stücke hätte es nicht gebraucht, insgesamt aber sehr willkommen!
 

 

 

Femi Kuti – One People One World
One People One World

nur CD

Fela Kutis Sohn überrascht mich immer wieder. Schon die gleichmäßig hohe Qualität! Hier ist der Titel z.T. auch als musikalisches Programm zu verstehen. Okay, Afro Beat (und zwar besonders fetter, schon durch die vielköpfige satt tönende motivstarke Bläserphalanx) macht klar den größten Teil aus/steht oft im Zentrum. Wird manchmal aber auch ergänzt oder gar fast ersetzt durch noch älteren Highlife – oder (z.B. rhythmisch) kombiniert mit Elementen aus Salsa, Afro-Kuba, R´n´B und etwas Soul (auch wenn der Sound ein anderer ist), ein wenig Reggae und Pop, sporadisch Calypso-Spuren, Afro Funk. Wie schon zuletzt verzichtet er weitgehend auf Modernismen, setzt auf melodische Stärke (manchmal schon fast catchy!), die Songs überwiegend relativ straff/kompakt gestaltet. Zudem gesanglich immer besser (samt Backing- und Call-Response-Vocals/Chören). Das alles kommt total ansteckend, verbreitet trotz diverser kritischer sozio-politischer Texte positives Feeling. Und groovet wie Hölle, funky, rasant, rollend, fett, beweglich, quirlig polyrhythmisch wirbelnd… Eine wunderbare einfach unwiderstehliche Rhythmusmaschine, melodisch fein grundiert. Dicker Tip!
 

 

 

John Mayall – Three For The Road
Three for the Road (A 2017 Live Recording)

nur CD

Neues Album aus 2018. Er macht ja immer noch regelmäßig Studio-Alben, hier aber 1 Stunde 2017 live (in Dresden und Stuttgart). Seine gereifte Stimme wirkt nach wie vor erstaunlich souverän, gleiches gilt fürs Piano (manchmal Hammond Orgel, 1x gar Vibrafon, oder?) – unspektakulär aber gut (auch in den Soli), und musikdienlich. Im Trio in sehr kompetenter Begleitung (Greg Rzab z.B. war lange Mitstreiter von Buddy Guy, und Mitglied bei den Black Crowes) – was sich u.a. in vielen satten Grooves (nach alter Art) äußert! Der Sound speist sich oft aus den 50ern (inkl. Chicago Blues; klingt jedoch z.T. auch eher wie 60s/70s), zwischen klassischem Blues und (teils solide rockendem teils elastischem) R´n´B, mal eine kleine oder (im berühmten und ausgedehnten tanzenden Congo Square, Trademark-Song von Sonny Landreth) größere Prise New Orleans. Mit Zug wie schleppend, 1x etwas dunkel und ungemein atmosphärisch, sehr apart! 2 eigene Tracks, Covers von u.a. Eddie Taylor, Lightnin Hopkins, Henry Townsend.
 

 

 

Dan Auerbach – Waiting On A Song
Waiting on a Song

LP oder CD

Nein, mit seinen Black Keys hat das hier gar nichts zu tun. Er überrascht

mächtig, greift tief auf die frühen 70er-Pop zurück. Dennoch wirkt das alles

so selbstverständlich, unbeschwert, oft fröhlich, ist dermaßen unverschämt

melodieselig, daß jede Menge Spaß eigentlich zwangsläufig ist (wenn man

seine Erwartungshaltung abschaltet). Dabei erinnert mich vieles an die „One

Hit Wonders“ der Jahre ´69-´71, garniert mit z.B. Spuren von oder deutlicheren

Anleihen bei Country Rock, Chris Spedding, George Harrison, Sweet, Rod

Stewart, Morricone, oder auch: T. Rex meets 70s-Songwriter Pop in catchy,

Pop der Zeit vermählt sich mit Soul, 2/3 Archies mit 1/3 Byrds, Travelling

Wilburys erfinden sich neu, Motown trifft End-60er-Edel-Pop mit einem

Spritzer Psyche… Es gibt Glam-Einfluß, ansteckende Grooves, mal ein

bischen Melancholie oder easy-going Folk, und Gäste wie Duane Eddy,

Mark Knopfler, Jerry Douglas veredeln zusätzlich (neben vielen Nashville-Cracks, John Prine kompositorisch).

 

 

 

Lydia Lunch & Cypress Grove
Under the Covers

LP oder CD

Zum 3. Mal trifft in 2017 die No Wave/Post Punk/was-auch-immer-

Institution Lydia Lunch den von u.a. Nick Cave, Mark Lanegan, Jeffrey

Lee Pierce (s. auch das Pierce Session Project) bekannten Gitarristen.

Fast nur Covers (u.a. von Tom Petty, David Lowerys Cracker, Allman

Brothers, Elvis Costello, Steely Dans Do It Again, Bon Jovi, Doors, der

Klassiker Ode To Billy Joe), die aber grundsätzlich völlig/radikal verändert.

Viel Blues-Einfluß, in der unheilvoll-düsteren beinahe schwebenden

Desert-Fassung, als Led Zep goes spooky Underground, enorm zerrend,

relativ schlicht /reduziert bis wild kakophonisch, Horror-Gothic-Blues in

klasse Atmosphäre… Oder eine Art „Voodoo-Roots-Underground“ in

hoher Dringlichkeit und Intensität mit z.T. gewisser Heaviness (super!),

2 Southern Gothic-Roots-Balladen, auch mal fast harmonisch teilweise

(sowas wie Pop, freilich dunkel verschüttet/manipuliert). Die Vocals gerne

(nicht immer) diabolisch, als verqueres Drama, total kaputt bzw. direkt aus

der Hölle, seltsam flüsternd. Klasse teils abgedrehte (Slide-) Gitarren-Sounds!

 

 

 

Algiers – The Underside Of Power
The Underside of Power

LP oder CD

Das Debut hatte mich total umgehauen, dieser Nachfolger nicht

minder. Mächtiger Stoff, inhaltlich engagiert, z.T. wütend, in Musik

verpackt, wie sie niemand sonst produziert. Noch moderner, zeit-

gemäßer als zuvor, und das im denkbar besten Sinne, ohne

schwarze Wurzeln verschiedener Art zu verleugnen.

Das Ergebnis könnte man, v.a. in der 1. Hälfte, als eine Art

futuristischen (Elektro-) R´n´B (resp. Soul) bezeichnen,

stimmgewaltig, teils enorm aggressiv resp. hart, roh, fast brutal,

teils (auch massiv) dunkel bis irgendwie spooky, bedrohlich

(und zugleich immens intensiv), teils mit rasant/unerbittlich

treibendem „weltlichem“ (Electro-) Gospel verknüpft, teils End-60er

Soul-inspiriert doch soundmäßig extrem (rhythmisch dezenter)

upgedatet (und, wie andere Tracks, grandios mitreißend) –

wobei sich die moderne Note aus Grooves wie der Instrumentierung

speist (die allerdings neben Synths/Electronics auch scharfe/manipu-

lierte Gitarren, oder gar eine ebensolche Geige beinhaltet); aber es

gibt ebenfalls smoothe/zurückgenommene/verhallte (doch explizit

spannungsreiche) Momente, gar eine teilweise relativ „normale“

gefühlvolle (partiell jedoch nachtschwarze) Soul-Ballade.

Das alles ist ungeheuer aufregend, zuweilen schon monumental bzw.

ein richtiges Naturereignis… Später wird´s noch abgefahrener/greller:

Reduzierter bis kakophonischer Modern Groove-R´n´B mutiert zum

„Alien-Gospel“ (uralte Roots in hypermodern), unheimlich-spaciger

Electro-Underground (am ehesten in den experimentellen 80ern zu

verorten) folgt auf hackenden brennenden brisanten schwarzen

Highspeed-Noise-Rock/R´n´B (überwältigend!), verlorener/einsamer

Minimal-Stoff wird zum magischen repetitiven Düster-Soundtrack der

kommenden 20er, aus der (getünchten) Vorhölle entsprungener

schwebend-dräuender Sakralsound, ein großartiger Jazz-Soul-

Underground-Gospel-Mix on Acid (hinreißend!)… Fast jedes Stück

ist anders, die Grooves kommen höchst effektiv (ungemein reizvoll

und abseits gängiger Moden), Dramatik wird groß geschrieben,

die Sounds sind vielfach verfremdet/bearbeitet, sporadisch/punktuell

strahlen Backing Vocals manipuliertes Gospel-Flair aus, und manchmal

erinnert mich der Sänger an Willis Earl Beal (nicht den aktuellen).

Innovationen! Emotionen! Sensationen! Portisheads Adrian Utley war

beteiligt.

 

 

 

Youn Sun Nah – She Moves On
She Moves On

LP oder CD

2017er Neuerscheinung. Eigentlich ist sie ja  als renommierte vielfach preisgekrönte
Spitzen-Jazz-Sängerin (manche sagen, sie sei die zur Zeit weltweit beste Sängerin)
bekannt, aber das hier ist eher ein meist Jazz-beinhaltendes bis -betontes umfassendes
Roots-Album mit Einflüssen aus Soul, Folk, R´n´B, Pop (zeitlos, aber auch mal
old-fashioned Pop-Jazz), wobei sich gerne gleich mehrere Stile vereinen. Abzulesen
ist das schon an den vielen Covers (nicht die berühmten Songs), von u.a. Joni Mitchell,
Paul Simon, Hendrix (Drifter, zurückhaltend bis enorm intensiviert, großartig!), Lou Reed,
Johnny Mercer, 2 Folk-Traditionals (ein langes, A Sailor´s Life, angelehnt an die Fairport
Convention-Version, schwerelos bis herrlich feinfühlig tänzelnder Folk-Jazz, superb!).
Selten gibt´s puren Jazz (eines der wenigen eigenen Stücke, diffizil-freigeistig-fließend
mit Romantik-Touch, klasse!). Sehr hoher Balladenanteil (von schön leichtfüßig über
sachte-gefühlvoll bis ganz zart oder faszinierend dunkel – das andere Traditional,
auch ein Highlight), zwischendurch mal satt groovend/funky bzw. bodenständig tough.
Zusammengehalten von ihrer wunderbar gefühlsstarken enorm variablen Top-Stimme,
die allem ihren eigenen tragenden Stempel aufdrückt, ebenso exzellent und kongenial
einfühlsam (ohne viel solistisch glänzen zu müssen) begleitet von u.a. Jamie Saft (Tasten),
Brad Jones (Ornette, Elvis Costello, John Zorn u.v.a.), zur Hälfte der feinen
(E-/Akkustic-) Gitarre von Koryphäe Marc Ribot (keine Bläser). KLASSE!!!
 

 

 

Hayseed Dixie – Free Your Mind And Your Grass Will Follow
Free Your Mind… And Your Grass Will Follow

LP oder CD

Kompetent gespielte meist schnelle (bis extrem rasante) Covers in Bluegrass-Form mit Gitarre, Mandoline, Banjo, Fiddle (manchmal so called „Rockgrass“ oder Hillbilly-Tendenz) – diesmal ist viel Soul dran, z.B. O´Jays, Marvin Gaye, Sam Cooke (Change is gonna come - halsbrecherisch), Michael Jackson, Temptations (Ball Of Confusion, kaum vorstellbar als Bluegrass, ist auch keiner mehr, sondern kaum zu klassifizieren, eher offen rootsig, sehr stark rhythmisch akzentuiert, und erstaunlich gut!). Zudem Elvis Costello, Gov´t Mule, Bob Marley, Lynyrd Skynyrd u.a., wobei die Stücke zwar oft komplett umgekrempelt werden, gesanglich ihre Emotionalität aber ganz gern behalten (sogar die Original-Stimmlage trifft´s schon mal, s. Costello), zudem werden hier und da Einflüsse aus Soul, Rap, sogar Americana (fast pur!) eingebaut. Und ihre 3 Originale (?) experimentieren mit Pop-Elementen bzw., weit weg von Bluegrass, einer Art Folk Rock, einer klingt gar, absolut freigeistig, nach rootsigem Robert Plant! Insgesamt deutlich besser als gedacht, teils exzellent.
 

 

 

(The) Fuzztones – Gonn Primitive!
Gonn Primitive! [Vinyl LP]

nur Doppel-LP

2017er Release, nur als LP, limitiert auf 600 Stück , 150g-Vinyl im Klappcover (Artwork von Protrudi selbst). Live Mitschnitt von der 2007er Tournee, bei der der Chef der 60s-Garage Punk-Semi-Legende Gonn (von denen der Klassiker Blackout Of Gretely stammt, den die Fuzztones in den 80ern schon coverten) eine große Rolle spielte: Craig Moore, der öfters singt (und wie, ein echter Schreihals und enthusiastischer Performer/Entertainer!). Der Sound ist wie üblich (typischer 1st class-60s-Garage-Punk, voller Saft und Kraft, markante Orgel, massig Fuzz, bisweilen mächtig wild/messerscharf, mal frenetisch, jedoch auch melodischer/catchy). Die Songliste aber ist ungewöhnlich, denn neben ein paar Fuzztones-Klassikern (z.B. She´s Wicked) und 60s-Garage-Standards wie I´m Not Your Stepping Stone, Action Woman (Litter), Be A Caveman (Avengers), Pushin Too Hard (und Hey Joe!) gibt es diverse Stücke von Gonn-Singles und Outtakes (eigene und Covers, von z.B. Standells). Darunter 3, die abweichen: A la ganz frühe Stones in noch roher/“Chicago Punk Blues“, balladesk und etwas ruhiger und fast sowas wie ein extra-rauher Mix aus  Bruce Springsteen und Tom Petty! 17 Tracks in 1 Stunde.
 

 

 

Bonnie Prince Billy – Best Troubador
Best Troubador

LP oder CD

Ein Merle Haggard-Tribute, ausschließlich (16) Covers. Aber nicht werkgetreu – was möglicherweise auch nicht zu seiner Stimme gepasst hätte (so schon!). Das wird bereits bei der ungewöhnlichen Instrumentierung deutlich: Neben Gitarre (überwiegend vorzügliche akustische) ab und zu Geige, sporadisch Pedal Steel oder Banjo, v.a. aber, permanent: Sax und/oder Flöte sowie sehr schöne weibliche Harmony Vocals, die sich z.T. zur Duett-Stimme auswachsen (die irische Singer-Songwriterin Nuala Kennedy, nehme ich an)! Auch die Musik geht über reinen Country hinaus (auch wenn der klar vorherrscht, ob stilecht und traditionell dem Original ähnlich, schon mal – neuartig und locker-beschwingt aufbereitet - bis in die 50er reichend, oder eher im Alt./Songwriter-Country-Fahrwasser), hier eine Einbeziehung von Tex Mex/einem Hauch Jimmy Buffett, dort eher Country Pop in ganz old-fashioned (z.B. gewissen Willie Nelson-Songs verwandt), (mehrfach) mehr Folk als Country, einmal gar sowas wie Country-Soul-Jazz mit einer Prise Grateful Dead! Die vorherrschenden (nicht ausschließlichen) Gangarten: Tastend, wunderbar einfühlsam, extrem delikat, souverän filigran, verweht und ganz leise, zerbrechlich und fast verschwindend, in sich versunken, oder zumindest relativ relaxt, sehr lose, in aller Ruhe erdverbunden. Überwiegend balladesk, klar. Persönliche Lieblingssongs, keine Greatest Hits-Auswahl, inkl. einer Reihe späterer Stücke. Beteiligte u.a., viele begleiteten ihn schon früher: Van Campbell (Black Diamond Heavies), Matt Sweeney (Johnny Cash, Cat Power, Tinariwen), Drew Miller, Cheyenne Mize, Chris Rodahoffer; Emmett Kelly (Cairo Gang-Leader), A.J. Roach. Ein sehr schönes Album!
 

 

 

Otis Taylor – Fantasizing About Being Black
Fantasizing About Being Black

LP oder CD

Der Mann ist einfach ein Phänomen, immer wieder aufs Neue, unvergleichlich (zumal im Blues-Genre). Und obwohl seine Art zu komponieren sich gleicht, kommt immer wieder Anderes, Neues heraus. Dieses Mal in weitgehend ziemlich reduzierter sowie leicht überwiegend akustischer Form, wie gewohnt alles andere als puristischer Blues, die Stil-Kombinationen reichen von R´n´B + Jazz (mächtig ansteckender Groove!), Blues oder R´n´B + Jazz + Folk (ganz dezent tanzend oder etwas atemlos mit Flamenco-Spuren), Country + Folk, Blues + Rock (fast heavy, unerbittlich treibend), R´n´B + Folk (minimalistisch) bis zu stark ummodulierten aber relativ genretreuen R´n´B/Blues-Stücken (gnadenlos aber höchst sparsam abziehend). Gemeinsames Merkmal, fast immer: Ein hohes Tempo. 2 Ausnahmen: Ein für seine Verhältnisse recht „konventioneller“/purer 50s-Chicago Blues-naher schleppend-rockender Track, ein (entgegen dem Text) völlig friedlicher in sich ruhender Folk-Blues-Mix (gleichfalls langsam). Das Personal ist großteils altbekannt, die stoisch-straighten Rhythmen von Larry Thompson und Todd Edmunds, das Kornett von Ron Miles (nur 3x dabei, angejazzt aber auch R´n´B- Einfluß, losgelöst, sehr melodisch oder rhythmisch erdend), ab und zu ergänzen die Geige von Anne Harris und (neu dabei) eine 2. Gitarre (Brandon Niederauer), seine eigene Gitarre kommt akustisch (v.a. rhythmisch oder kommentierend) wie elektrisch (quirlig, cremig, unerbittlich riffend, zurückhaltend bis dezent singend, 1x gar Fuzz) – und 2x gastiert Jerry Douglas! An einer sehr schön filigran verzierenden Koa Wood Lap Guitar (Slide). Großartiger „Trance Blues“ (oder so) mit bekannt repetitiver Neigung, wie immer: Eine dicke Empfehlung!
 

 

 

Yasmine Hamdan – Al Jamilat
Al Jamilat

LP oder CD

2017er Platte der Indie-Pionierin aus dem Libanon, schon 20 Jahre im Geschäft, lebt aber in Paris. Hat u.a. mit Coco Rosie gearbeitet, bei dieser 2. Solo-LP waren u.a. Sonic Youths Steve Shelley, Leo Abrahams (viel Brian Eno, Sam Lee, Paul Simon u.v.a.), Shazad Ismaily (Lou Reed, Laurie Anderson) beteiligt. Ungeheuer delikate Musik, tolle Atmosphären, enorme Eigenständigkeit, Originalität (wirklich! Kein Spruch!). Sie lässt, in wechselnder Kombination und Schwerpunktsetzung, Electronica, zeitgenössischen Art-Pop, Songwriter-Folk-Pop, ein wenig Trip Hop und Indie- Club-Pop, (dezente wie etwas stärkere, auch ganz langsame) westliche Beats +Grooves kongenial ineinanderfließen, in der 2 Hälfte, in außerordentlich reizvoller Weise, immer wieder zudem orientalische/arabische (bis nordwestafrikanische) Einflüsse – in Rhythmik, Melodik und Instrumentierung (= eine Art „Arab- Pop“). Verfremdete Klänge, Loops, Samples treffen auf kleines Streicherensemble, E- und Akustik-Gitarre, Oud etc., Keyboards, ergeben einen eigentlich unspektakulären aber mehrfach wundervollen Sound, rhythmisch betonte Phasen wechseln mit relaxten, herrlich lose und ungebunden im Raum schwebenden, vielschichtige Arrangements mit ganz einfachen, experimentelle oder ein bischen halluzinogene Parts mit hypnotischen Trance- Grooves. Das Ergebnis wirkt zugleich zeitgemäß wie zeitlos, mehrfach unglaublich faszinierend! Einmal dachte ich sogar irgendwie an Robert Plant´s (Led Zeppelin) Nordafrika-Exkursionen (in moderner). Eine dicke Empfehlung!
 

 

 

Alison Krauss – Windy City
Windy City

LP oder CD

Die neue 2017er LP / CD ist tatsächlich ihre erste Solo-LP nur unter ihrem Namen seit 18 Jahren. Von Veteran Buddy Cannon produziert, bezeichnenderweise. Ihr Gesang steht hier über allem, classic, ein Gedicht! Das stilistische Umfeld ist da schon fast völlig egal – es ist angesiedelt in den 50ern und 60ern (ein wenig 70s); subtiler relaxt fließender in sich ruhender Country (1x mit Ähnlichkeiten zu Emmylou in den 70s), betörende Balladen in alter/zeitloser American Songbook meets Country Pop-Tradition (von der Stimme erleuchtet), schmelzende 60er-Classic Country-Balladen a la Loretta Lynn & Co (oder das Ganze up-tempo), feinster Trad-Country im Stil der 60er (gemäßigt knackig), ein behutsames und fast swingendes Roots-Stück voller melodischer Grandezza, auch mal Folk, Country, Pop und Gospel vereint in einer ganz zartfühlenden berührenden Ballade. Dazu passen die Songs, Klassiker/alte aus derselben Zeit (auch Bluegrass-Ursprungs) von meist großer zeitübergreifender Klasse, u.a. von/für/verbunden mit Willie Nelson, Osborne Brothers (mehrfach), Brenda Lee (2x), Ray Charles, John Hartford/Glen Campbell. Sidemen: Vom Edelsten, von Union Station-Leuten bis zu altgedienten Country-(Rock-)Legenden, E-wie Ak.Gitarre, Pedal Steel, Piano, Streicher. Für manchen vielleicht zu nostalgisch, aber wie! Ich find´s klasse, schon wegen dieser wundervollen Stimme!
 

 

 

Atomic Rooster – Live In London 1972
Live In London 27th July 1972

nur CD

2016er Veröffentlichung, Sound überraschend gut und kräftig, in Mono, live 27.7.1972 London Paris Theatre (BBC in concert), Vocals: Der neu hinzugekommene (auffällige!) Chris Farlowe. 6 Stücke zwischen 4 und 7 Min., u.a. Breakthrough, Stand By Me, Devil´s Answer (einer der 2 längsten Tracks mit 2 kurzen Orgel-Soli über Powerhouse-Backing und inkl. Farlowe-typischer Scat-Einlage). Klassischer und kraftvoller Prog-Rock der Zeit, gern R´n´B-unterlegt, manchmal schon recht hart, 2x auch ziemlich wenig Prog-Anteil (bodenständig), A Spoonful of Bromide mit kurzen Flashes von Colosseum und ELP.
 

 

 

Charlie Haden Liberation Music Orchestra – Time/Life
Time / Life

nur CD

Neu aus 2016, 2x live (20 Min. 2011 in Belgien) noch mit Haden, 3x im Studio (34 Min.) ohne ihn, von Carla Bley arrangiert. Wohl lose basierend auf Ideen von ihm für ein neues Album (für das die Live-Stücke in Frage gekommen wären), posthum umgesetzt mit u.a. 8 Bläsern. 4 Tracks (3 von Bley + Blue In Green von Miles Davis) kommen in getragener/balladesker in Klang gegossener Schönheit voller melodischer Anmut und Klasse, mal ziemlich klassisch und gediegen, mal mit Verdichtungen samt gewisser dramatischer Zuspitzungen, mal ein wenig spannungsvoll/erwartungsvoll dräuend auf faszinierende fast hypnotisierende Art (im letzten Drittel Post Bop-artig beschleunigt), oder tief drinnen mit irgendwie folkiger Note (melodisch und musikalisch einfach hinreißend!). Grandioser Höhepunkt aber ist Hadens Song For The Whales (mit seiner Beteiligung). Allein die 3 Minuten zu Anfang und Ende, in denen sein gestrichener Bass Wal-Stimmen imitiert – so berührend, fabelhaft! Auch hier ist die pure (Ensemble-) Schönheit der Musik teilweise atemberaubend, aber in partiell dichterem/freierem Setting, inkl. grandiosem teils recht freiem Sax-Solo (Tony Malaby) über dicht gewobenen toll multiplen/parallelen Rhythmen (und phasenweise der Bläserphalanx), superb arrangiert. Dicke Empfehlung!
 

 

 

BaBa ZuLa – XX
XX [Explicit]

2LP oder 2CD

Karriereüberblick der Band aus Istanbul (die schon fast einen gewissen Kultstatus erreicht hat, bekannt geworden durch ein Feature in Fatih Akins The Sound Of Istanbul-Film), kein normaler Best of-Sampler, da hier unveröffentlichte Remixe, Remakes, Live-Tracks, auch 3 Kollaborationen verwendet wurden. Gäste sind u.a. Alex Hacke (Einstürzende Neubauten), Sly & Robbie. Definitiv: Anders als die anderen! East meets West mit einer großen Portion Psychedelia und viel Originalität. Das Ergebnis ist vielfältig, z.B. rauher kraftvoller Acid-Turk-Rock z.T. in Jam-Atmosphäre und Orient-Groove (10 Min. lang, klasse!), oder Letzteres in zwingend meets Psyche & Space mit Sogwirkung, dezent psychedelisch gefärbter Ethno-Dub, hypnotischer akust. sanft-filigraner Orient/Eastern-Psyche-Folk eigener Art (atmosphärisch stark!), Tribal/Ethno-Groove mit einem Hauch Jazz, ein kurzes funky Psyche Rock-Intermezzo, 2 Reggae-Stücke unter Dub- und Orient-Einfluß mit Klarinette und z.T. einem Hauch Psyche, wunderbare weiche spacy effektreiche Psychedelia mit leicht fremdartiger bzw. türkischer Note (auch hier fehlt die charakteristische türkisch/orientalisch geprägte Groove-Unterlegung nicht), eine Art Orient-Space, schließlich ein 19-minütiger hypnotischer Acid-Tribal-Psyche-(Eastern-)Groove-Jam mit ein paar Dubeffekten. Eine der Kollaborationen fällt aus dem Rahmen, melancholisch-romantischer Modern (Eastern) Dream Pop. All das wird mit E- (+ ein bischen akust.) Gitarre, elektr. und akust. Saz (resp. E-Oud), teils auch Synth/sparsamen aber wirkungsvollen Effekten, Orgel oder Theremin angerichtet, weiblichen wie männlichen Vocals, mehr Percussion als Drums. Das Material stammt von 1997-2016 und enthält auf 74 Minuten reichlich Höhepunkte! Was auch auf die Dub-CD (63 Min.) zutrifft, v.a. diverse ausgesprochen dunkle (bis fast spooky) und abenteuerliche Extrem/Psychedelic Dub-Stücke sind (selbst für das Genre) so ungewöhnlich wie großartig! Lichter Space Dub, Tribal Dub, zwingend groovender oder minimalistischer (Erotik-) Electro Dub kommen hinzu, experimenteller perkussiver, „klassischer“ Dub am ehesten noch in einem der 4 von Mad Professor verantworteten Tracks (je einer von Dirt Music, Dr. Das/Asian Dub Foundation). Der türkische Anteil ist hier jeweils deutlich verringert (oder gar eliminiert), es gibt aber auch ein paar (großteils akust. oder „nackte“) Ethno-Dub-Tracks. Ein auch ohne die Glitterbeat-Brille tolles Set! Angemessen aufgemacht im sehr schönen bunten Mehrfach-Klappdigipak, ebensolches bilderreiches 32-S.-Booklet, Vinyl mit 8-S.-Groß-Booklet und der Dub-CD.
 

 

 

Flaming Lips – Oczy Mlody
Oczy Mlody

LP oder CD

Endlich wieder ein „reguläres“ Werk – wie fast zu erwarten, ein recht überraschendes. Im Vordergrund steht sowas wie außerweltlicher teils hallreicher (die Vocals v.a.) mild (und z.T. irgendwie neuartig wirkend) psychedelischer dezent (oder stark) elektronisch aufgeladener/dunkel schillernder mehrfach in melodischer (und manchmal auch instrumentaler, grandios glitzernder) Schönheit erstrahlender, hmm, „Modern Futuristic Dream Pop“? In vielfältiger Ausführung. Daneben kommt´s mir ein paar Mal vor wie massiv aktualisierte Residents, freilich in der Avantgarde-Electro-POP-Version, reduziert wie volltönend, gern in reichlich düster. Zwischendurch tuckernder zeitgenössischer Electronic Pop mit hypermoderner psychedelischer wie experimenteller Note (gleichzeitig aber auch so toller wie seltsamer Melodie), oder minimalistische outer space-Psychedelia der zukünftigen un-er/gehörten Art. Über all das verstreut kann ich mir hier und da trotz der ganz und gar heutigen Oberfläche (viel Keyboards) durchaus einen Einfluß End-60er Psychedelic-Elektroniker vorstellen, sie selbst redeten von Syd Barrett, außerdem kommen schon mal Assoziationen zu Radiohead auf, gar Trip Hop-Grooves, Kraut-Elemente – und wenig Rock. Phasenweise hat das eine ganz schöne Faszinationskraft! Call it Future Pop. Vinyl hat 1 Track weniger.
 

 

 

Tinariwen – Elwan
Elwan

2LP oder CD

2017er der gloriosen Tuareg-Band, 8. LP, und eine ihrer besten! Keine Neuerfindung ihrer typischen Desert-Musik im Sahara-Groove, die Basis ist immer dieselbe, aber es gibt Unterschiede in Nuancen, und die Mischung der Stimmungen/Atmosphären ist perfekt. Satte und kraftvolle Stücke im schnellen polyrhythmischen Flow (aber auch langsamerer Gangart), die E-Gitarren z.T. wunderbar sonor und rund im Sound. Noch handfestere/kantigere leicht rockig wirkende Sachen (was am Bass und der Rhythmik liegt), teils dezent angestochen, mit beinahe fuzzigen oder (ungewöhnlich für sie!) stakkatohaften Gitarren. Im relaxten Fluß mit poetischer Ader, etwas in sich gekehrt und teilakustisch (generell unterstützt nur selten eine Akustische die obligatorischen E-Gitarren). Mehrfach und ganz wunderbar begeistern fast meditative dunkel-melancholische (balladeske) Songs (schon mal ganz nackt nur mit Gitarre und von Ferne Blueseinfluß) sowie ähnlich gelagerte Trance-artige, suggestiv und inkl. psychedelischer Momente (allein der längste herrlich weiche/organische Track! Großartig! Ist das Mark Lanegan, der hier kurz singt? Er gastiert neben War On Drugs´ Kurt Vile und Matt Sweeny). Es gibt eine ganze Reihe toller Highlights, insgesamt ein für mich unverzichtbares Werk! Aufgenommen im Joshua Tree-Park sowie in Marokko, schließt an das letzte Studioalbum und die Live-LP kürzlich an.
 

 

 

Mick Taylor – Stranger In This Town
Stranger in This Town

nur CD

16er limitierter Reissue der (langen) 2. Solo-LP (1992) des ex-Stones-Gitarristen, live. Etwas Southern-angehauchter bzw. geradliniger zeitloser jeweils klar traditionsbewußter Blues Rock (mal dezent heavy und entfernt entsprechenden Allman Brothers verwandt, mal im Stil archetypischen rockenden Brit Blues alter Zeiten). Stark an den 50ern orientierter Blues (die alten Klassiker Little Red Rooster und das auch von Sticky Fingers bekannte You Gotta Move, beide mit herrlicher Slide). Als weiterer Stones-Rückgriff eine fleischige/saftige satte Fassung von Jumpin´ Jack Flash. Tanzender/groovender R´n´B (ein Hauch Santana!). Und das tolle Medley Red House (Hendrix)/Goin´ Down Slow, klassischer Slow Blues mit wunderbarer gefühlvoller Gitarre. Durchweg längere Stücke mit ebensolchen glänzenden Soli.
 

 

 

Lee Hazlewood – Cowboy In Sweden
Cowboy in Sweden

CD oder LP

2016er Reissue der ´70er LP auf Light In The Attic, gewohnt vorbildlich remastered von den Mastertapes, 24-S.Booklet mit raren schönen Fotos, ausführlichen Linernotes, LP im Deluxe-Klappcover. Diente als Soundtrack für den gleichnamigen Film, für manche Fans sein bestes Album. Beteiligte u.a.: James Burton, Hal Blaine, Nicky Hopkins, Big Jim Sullivan, Shel Talmy (Producer), Craig Doerge, 3 Tracks wurden schon 1968/69 aufgenommen und auf früheren LPs veröffentlicht. Teils ein Mix aus Country- und Pop-Einflüssen, melodisch so simpel wie effektiv (wobei der Country-Anteil sich z.T. auf das Songwriting beschränkt, im Sound nur sehr begrenzt zu hören ist, oder sich in eine Art feingeistigen/sachten Folk Pop verwandelt). Diverse andere Tracks klingen nach old-fashioned/Classic Pop, aus der Zeit gefallen, durchaus schon mal mit Bacharach-Ähnlichkeiten, manchmal unterschwellig irgendwie (soft-)psychedelisch angehaucht – z.B. durch Produktion oder die oft präsenten aber partiell unkonventionell arrangierten Streicher (oder auch Flöte). 3x im Duett mit Nina Lizell, 1x singt Suzi Jane Hokom solo. Mit Vorliebe total relaxt oder balladesk, etwas Hall/Echo, punktuelle Assoziationen: Früher (Solo-) Scott Walker, Leonard Cohen, ein Hauch Barock Pop. Sehr fein!
 

 

 

Conor Oberst – Ruminations
Ruminations

CD oder LP 

Das neue Album gefällt mir besser als die meisten seiner diversen Sachen der letzten Jahre, inkl. Bright Eyes. Und ist gänzlich anders – ein wirkliches Solo-Album. Nur Akustikgitarre oder Piano, plus Harmonica, jeweils rein begleitend (oder kommentierend). Seine Stimme ist manchmal eine Winzigkeit vibrierend/gebrochen (was den Reiz und die Emotionalität noch erhöht), die Texte z.T. ungewöhnlich persönlich (passend zur intimen Ausstrahlung), die Songs wirken „einfach“ (wie die Begleitung), auf die „gute alte Art“, sind Folk-angelehnt, qualitativ fast durchweg richtig gut bis ganz exquisit (Tachycardia! Counting Sheep! Rain Follows The Plow! Next Of Kin! Till St. Dymphna!), tief berührend. Manchmal (nicht nur wegen der Harmonica) dachte ich unwillkürlich gar an (früheren) Dylan. Großteils balladesk, ab und zu melancholisch, mal etwas Drama, nur A Little Uncanny, der einzige politisch beeinflußte Song, klingt überraschend aufgekratzt, samt einem Hauch Blues.
 

 

 

Tim Buckley – Lady Give Me Your Key
Lady, Give Me Your Key: The Unissued 1967 Solo Acoustic Sessions

CD oder LP 

2016er auf Future Days Rec./Light In The Attic, komplett unveröffentlicht, remastered von den Originalbändern (bzw. einem Acetat), reizvolles Booklet mit Tiefen-Interviews mit seinem Texter/Freund Larry Beckett und Producer Jerry Yester. Dies sind 13 Solo-Akustik-Demos von 1967 für seine 2. LP Goodbye And Hello, von denen 6 Songs (üppiger instrumentiert mit z.T. anderem Charakter) auf der LP erschienen, 5 bis heute nie (einer ist auf der superben Folklore Center-LP (live 1967) enthalten, einer wurde später für eine 7“ aufgenommen, die nicht rauskam, beide 2009 erschienen). An die posthume ´67er Live-LP erinnert denn auch einiges, z.B. das kongenial begleitende die Stücke perfekt unterstützende gern rhythmisch starke/betonte Gitarrenspiel (6- und 12-string?), die ganze Art eines künstlerischen Folk inkl. Pop-Einfluß mit Anspruch. Der schon zu dieser Zeit grandiose und variable, ungeheuer ausdrucksstarke Gesang sowieso, enorm gefühlvoll oder extrovertiert, teils bis in höchste Höhen, der Charakteristik der Tracks (von lyrisch-sanft/poetisch bis sehr rhythmisch und kraftvoll) angepaßt. Die Klasse der nicht auf der LP gelandeten Songs ist teilweise genauso hoch (Sixface! Once upon A Time! I Can´t Leave You..!), manche sind relativ kurz, wohl noch nicht ganz ausgearbeitet, der Sound hat Demo-Qualität (okay für die Zeit), sehr direkt/kein Hall, keinerlei Effekte, ein leises nicht störendes Rauschen (4,5 mal ein deutlich stärkeres bzw. gewisse Störgeräusche – vom Acetat?). Dicke Empfehlung!
 

 

 

Monster Magnet – Cobras And Fire (The Mastermind Redux)
Cobras And Fire (The Mastermind Redux)

CD oder LP 

8 Stücke der Mastermind-LP in 2015 neu eingespielt, manchmal viel besser! Oft deutlich bis extrem anders, der Charakter teilweise völlig verändert, v.a. in Richtung Psychedelia, bis in halluzinogene Bereiche, fast im Cinemascope-Format, gleichzeitig klar weniger derb/hart/dreckig als die Originale (ohne auf handfeste Parts/Tracks zu verzichten), phasenweise ruhig, beinahe feinfühlig, leise, Stoner-Elemente oder Vocals schon mal ganz eliminiert, Orgel neu hinzugefügt, gar die Texte verändert. Hinzu kommt ein aus mehreren Stücken gebastelter langer feiner Remix, die pure Space-Psychedelia. Und ein Cover des Temptations-Hits Ball Of Confusion, als straighter treibender Hard Rock mit Heavy Psyche-Anleihen. 64 Min., gelungen!
 

 

 

Bohren Und Der Club Of Gore – Bohren For Beginners
Bohren for Beginners (2cd)

nur Doppel-CD

Eine „Best Of“ von dieser immer noch absolut einzigartigen Band zu kompilieren, ist eigentlich kaum möglich, aber dieser ellenlange Sampler (von allen LPs/1994-2014, teils neu gemixt, inkl. der raren „Single“ Mitleid Lady + einem neuen Stück) ist sehr gelungen, enthält tatsächlich viele ihrer reizvollsten/besten Stücke. Ihr luftiger/schwebender/meditativer/teils extrem minimalistischer/tropfender/ab und zu erhabener bis fast majestätischer, v.a. aber ausnahmslos langsamer (selten) bis ultra-langsamer (meist) Sound (bis hin beinahe zum Stillstand), manchmal melancholisch, oft dunkel, hat bis heute keinen ernst zu nehmenden Nachahmer gefunden. Früher gern als „Ambient Jazz“, „Doom Jazz“ oder „Horror Jazz“ tituliert (und sporadisch wirklich von Ferne z.B. an die ruhigsten Sachen eines Miles Davis um 1960 rum erinnernd, in der Zeitlupen-Lounge-Version), ist hier nachzuhören, daß der Jazzeinfluß zunehmend minimiert wurde (z.T. verschwand) – am Wirkungsvollsten im großartigen Geister/Düster-„Pop“ von Catch My Heart mit Sänger Mike Patton. Musik von ungeheurer Faszinationskraft mit hypnotischen Qualitäten, die Trance-Zustände verursachen kann und zugleich (von Tasten, Vibrafon, v.a. Sax getragene) aparte Melodien bereithält. Für alle, die sie nicht kennen, eine dicke preisgünstige Empfehlung!
 

 

 

Vibravoid – Wake Up Before You Die
Wake Up Before You Die

CD oder LP 

Neues Material, klassische Vibravoid: Wunderschöne halluzinogene songhafte Trip-Psychedelia reinsten Wassers zum Versinken (klasse: Shadows of Reflections), effektüberwucherter (eh ein Markenzeichen hier) schwerer hypnotischer Space Psyche, repetitiver Acid Psyche, Hawkwind in psychedelischer/abgedrehter, Psychedelic Raga Space Rock, ein ziemlich singulärer Mix aus Ultra-Psychedelia, handfestem Garage-Riff Rock der 60er (Nuggets-style) und Space und ein feines quietschbuntes Hippie-Eastern-Psyche-Pop-Cover von Traffics Hole In My Shoe mit Gastsängerin Viola Road (weitere Covers: Stepping Stone/Monkees und Just Let Go/Seeds). Neben den Trademark-Effektgitarren ein breites Tastenrepertoire, Orgel, Keyboards, Synth, Mellotron, Stylophone. Songorientiert (nur 1 Track über 5 Min.). CD mit 4 Live-Bonustracks (Mai 2016 in Emden), alle mit Orgel, großteils geradliniger Psyche Rock, der 25-minütige Live-Klassiker Ballspeaker zur Hälfte purer Space Psyche mit Anleihen bei 60er Pink Floyd-Impro-Trips, kurz ähnlich dem Nektar-Debut.
 

 

 

Yoko Ono – Plastic Ono Band
Plastic Ono Band

CD oder LP

2016er Reissue, remastered, seit Ewigkeiten wieder als Vinyl erhältlich. 1970 parallel zur gleichnamigen John Lennon-LP erschienen, mit Lennon (Guitar), Klaus Voormann, Ringo Starr. Waren ihre ersten 3 LPs mit John noch nahezu unhörbar, ist das hier zwar heftiger bis schwerer (schon durch die häufig aggressive lautmalerische Vocal-Tour De Force) oft sehr ungewöhnlicher aber Rock-basierter Stoff, manchmal ganz schön faszinierend – und nahm wohl Einfluß auf z.B. Diamanda Galas, Sonic Youth, New Yorker No Wave. An Letzteres erinnert v.a. der straighte treibende bis mächtig zerrende messerscharfe Rocker Why mit grellen noisigen/Splitter-Gitarren (z.T. toll angebluest) – für damals unerhört! Und heute noch frisch (und gut!). Sonst: Mehr davon in avantgardistischer. Fast wie experimenteller stoischer Kraut Rock. Minimalistischer Avant-Fake-Blues. Kammer-(Jazz-)Avantgarde (mit Ornette Coleman Quartet im Backing!). Schamanischer dunkler Voodoo-Psyche-Proto-Post Punk. Immer wieder verblüffend: Lennons wilde/grelle/schleifende Gitarre! 4 (CD-) Bonustracks, teils noch länger als die LP-Stücke, u.a. eine extended version von Why und Alternativfassung von Open Your Box (war B-Seite von Power To The People).
 

 

 

Popa Chubby – The Catfish
The Catfish

nur CD

2016er des New Yorkers Blues Rock Mannes. Ein Album von großer Vielfalt, in aller Souveränität und Kompetenz: Reiner fleischiger Modern Blues Rock (u.a. ein Wah-Wah-Fest), etwas härterer/kantiger funky R´n´B in Rock, straighter Rock´n´Roll, emotional packender Slow Blues, ein paar Instrumentals (jazzy, laid back und filigran, eine Umdeutung von Bye Bye Love der Everly Brothers mit R´n´B- und Reggae-Spuren…), schon fast purer Funk wie Anfang der 70er gekreuzt mit singendem Southern Rock derselben Zeit, Proto-Rock´n´Roll upgedated im Blues Rock-Terrain, der Titeltrack hätte auf Sticky Fingers gepaßt, zum Schluß ein Robert Johnson-Cover als klassischer/tief traditioneller akust. Blues mit feiner Slide, und Slow Down Sugar klingt zeitgenössischer als sonst, ein spannendes fließendes originäres Highlight ganz eigener Art!
 

 

 

Blues Pills – Lady In Gold
Lady In Gold [Vinyl LP]

CD oder CD/DVD oder LP (auch Gold-LP)

 Sie sorgen weiter für Furore, definitiv mehr 70s-Classic Rock-angelehnt als Blues Rock – natürlich ohne auf bluesige Unterfütterung zu verzichten, einige Songs kommen direkt im Fahrwasser eines mächtig rockenden R´n´B. Gern bereichert eine soulige Note, v.a. durch die nach wie vor unerhört starke, emotionale, extrovertierte Stimme von Sängerin Elin Larsson (sie ist ja nach eigenen Worten von Aretha Franklin, Etta James & Co beeinflußt), aber auch musikalisch geht´s schon mal in Richtung Muscle Shoals (in einer der wenigen balladesken Phasen). Mal differenzierter Stoff (atmosphärisch und energetisch zugleich), mal gnadenlos abziehend, mal dräuend und förmlich in die Musik einsaugend in sich langsam aber stetig steigernder Dramatik, eine fast durchweg hohe Dichte und Intensität! Hier und da begeistern zudem klasse Gitarrensounds (inkl. dezent psychedelisch wirkender Momente), eine Orgel unterstützt (z.T. markant). Die ruhigen Parts sind gegenüber dem Debut deutlich verringert, Highspeed aber auch, es klingt geschliffener und songdienlicher, Vergleiche mit Free, Led Zeppelin oder Fleetwood Mac fand ich damals schon daneben, jetzt erst recht, u.a. dachte ich kurz an Atlantis in härter/rockiger (oder Janis Joplin).

 

 

 

John Zorn – The Hermetic Organ-St Bart´s/Vol.4
The Hermetic Organ, Vol. 4

nur CD 

2016er. Etwas ganz Außergewöhnliches, sehr Besonderes! 2 ellenlange Stücke solo auf einer gewaltigen Spitzen-Kirchenorgel in New York (dort die größte). Sporadisch werden Kirchenglocken hinzugefügt. Track 1: Monumentale dramatische (rhythmuslose) Crescendi, leises etwas unheimliches wie dröhnendes düsteres Dräuen, ein zartes Säuseln, mächtige Fanfarenstöße, getragene Erhabenheit. Viel Kontrast! Weitgehender (nicht totaler) Verzicht auf Rhythmik, häufig auch auf Melodie, doch welch Sounds! Track 2: Wenige rhythmische doch etwas mehr melodische Elemente, der Klang ist auch hier zentral (und oft kolossal). Aufwühlende Klangtürme, noch mehr Dramatik als im 1. Stück, unheilvolle körperlich packende Aufwallungen, getragene dunkle spannungsvolle Filmmusik-artige Parts, ein grelles Gleißen, ein leises subtiles Klangmalen, langgezogene majestätische Drones, grollendes Meditieren… Musik in Avantgarde-Nähe von phasenweise faszinierender hypnotischer Kraft, für Liebhaber berauschender Kirchenorgeln (hier: V.a. tiefer Töne), die nicht nur Klassik hören wollen, ein Fest! Das kann ich nicht immer hören, aber in der richtigen Stimmung ist es überwältigend, lässt Zeit und Raum vergessen. Dicker Spezial- Tipp!
 

 

 

Van Der Graaf Generator – Do Not Disturb
Do Not Disturb

CD oder LP

13. Studio-LP, nach wie vor im Trio (Hammill/Evans/Banton). Ein über weite Strecken (sehr) gutes, aber nicht überragendes Album (also, gemessen an Genrekollegen heute, exzellent!) – wobei die ersten beiden tollen Songs (Aloft/Alfa Berlina), jeweils auffallend melodisch, und großteils auch Almost The Words herausragen, das leise geradezu andächtig im Raum schwebende Go (ohne Drums) mag ich ebenfalls sehr. Die meisten Stücke bewegen sich im Bereich 7/8 Minuten, + 2 etwas kürzere (darunter eins von 2 schwächeren), ein 2-minütiges Kammer-Avant-Instrumental ist überflüssig. Gitarren besitzen recht oft einen ziemlich hohen Stellenwert (3x fehlen sie, das Info vermeldet seltsamerweise „weitgehenden Verzicht“), die Orgel (ab und zu Keyboards) ist deutlich dominanter als Piano, manchmal ergänzt ein Akkordeon (!), Hammills Stimme ist top wie eh und je (und verzichtet auf exaltierte Phasen). Stilistisch fällt mir der überraschend häufige Rückgriff auf ihre glorreiche Zeit der 70er auf, z.B. (punktuell, kaum ganze Stücke) in Richtung Still Life oder Godbluff, kurz auch World Record und Vital bzw. Nadir´s…, auf Tracks wie W, Pioneers Over C oder gar Man Erg! Das Spektrum reicht von handfest-komplexem bis herrlich vertracktem Prog Rock (mal rhythmisch gut tricky), sanften/fast schwerelosen Passagen, ruhiger wunderschöner (balladesker) Poesie, filigranen feinen Avantgarde-Spritzern, abwechslungs/kontrastreichem Spiel bis zu geradlinigem (von straightem nur sehr dezent progigem Rock bis zu aggressivem „Neo-New Wave-Prog“) und gar einer Gitarren-Prog-Jazz-Sequenz (ein Hauch spätere King Crimson). Booklet mit Texten, Vinyl 180g minus 2 (nicht essentiellen!) Tracks.
 

 

 

Popa Chubby – The Catfish
The Catfish

nur CD 

2016er Werk des New Yorker Musikers. Ein Album von großer Vielfalt, in aller Souveränität und Kompetenz: Reiner fleischiger Modern Blues Rock (u.a. ein Wah-Wah-Fest), etwas härterer/kantiger funky R´n´B in Rock, straighter Rpck´n´Roll, emotional packender Slow Blues, ein paar Instrumentals (jazzy, laid back und filigran, eine Umdeutung von Bye Bye Love der Everly Brothers mit R´n´B- und Reggae-Spuren…), schon fast purer Funk wie Anfang der 70er gekreuzt mit singendem Southern Rock derselben Zeit, Proto-Rock´n´Roll upgedated im Blues Rock-Terrain, der Titeltrack hätte auf Sticky Fingers gepasst, zum Schluß ein Robert Johnson-Cover als klassischer/tief traditioneller Akustik Blues mit feiner Slide, und Slow Down Sugar klingt zeitgenössischer als sonst, ein spannendes fließendes originäres Highlight ganz eigener Art!
 

 

 

Jeff Beck – Loud Hailer
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CD oder LP

Ein neues Album Von Jeff Beck nach 6 Jahren Studiopause. So einige LPs von ihm finde ich schwach, dieses nicht!!! Erstaunlich viele überraschende Ideen! Und Mut! Zunächst alle Gitarren auf Attacke, teils herrlich wild, unfaßbar roh und schneidend, radikal fräsend und klirrend und splitternd, mehrfach Hendrix-Einfluß, verpackt in schweren Blues Rock bzw. R´n´B meets rockenden Blues – aber mit reichlich Kanten und v.a. knallenden Grooves (auch ganz langsamen), die einen so nicht erwarteten Schuß Moderne hinzufügen – und das paßt! Später wird´s ein paar Mal einfach schön/völlig unprätentiös balladesk, kongenial gefühlvoll und atmosphärisch, auch mal zwischen leiser filigraner und Power-Ballade/nicht ohne Schärfe, bluesig oder (60s-) Soul-Anleihen, die Gitarre teils wunderbar einfühlsam, filigran bis zart. Gegen Schluß zieht er auf zeitlose Art mächtig funky ab. Die Vocals von Rosie Bones, oft rauh, kraftvoll, offensiv, sind gleichberechtigt und tragen zur Güte bei. Eine explizit positive Überraschung!
 

 

 

Albert Castiglia – Big Dog
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nur CD

War 2014 mit dem „Blues Caravan“ unterwegs  (auch in Kassel im Theaterstübchen). Blues Rock bzw. Blues mit Traditionsbewußtsein, hart rockend gespielt (manchmal old-fashioned groovend), 2x eher rockiger R´n´B (Proto-Rock´n´Roll-Tendenz oder leicht funky), die Stimme rau und kräftig, Gitarren spielfreudig, zuweilen frenetisch, immer wieder erfrischend scharf (das tolle Get Your Ass mit geiler Slide), zerrend/verzerrt doch bodenständig ohne ausgiebige Pyrotechnics. Von muskulös, ziemlich spritzig und schneidend bis schleppend, satt und kraftvoll, mal etwas ruhiger/relaxter. Bei einem klassischen Chicago Blues (Song von einer Junior Wells-LP, mit dem Castiglia lange spielte) unterstützt Johnny Sansones klasse durchdringende Harmonica, ansonsten Mike Zitos 2. Gitarre, der zudem kongenial produzierte, 1 Stück schrieb, wie auch Cyril Neville (co-, Ballade mit sozialer Tiefe). Das alles wirkt jederzeit echt und authentisch!
 

 

 

Lightnin´ Slim – Rooster Blues
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nur CD

2016er Reissue, das wahrhaft legendäre Debut (damals auf Excello), ein echter Klassiker (seine beste LP). Eine große Figur des Blues, über die nicht oft gesprochen wird, herausragender, wichtigster Vertreter des Louisiana (Swamp) Blues mit einigen charakteristischen Eigenheiten: Ausnahmslos Songs ohne ein Gramm Fett, Drums (Percussion) wie Gitarre eher rudimentär, kein Bass, die (direkte, ungeschminkte, klassische und exzellente) Blues-Stimme beständig kommentiert von Harmonica (Lazy Lester, ab und zu Slim Harpo! Z.T. kurze Soli). Ein Nachhall des Country Blues ist zu hören, doch konsequent elektrifiziert im Stil der 50er, extrovertiert, tough, mal rockend, mal slow (bzw. ziemlich nackt), teils etwas Echo (noch ein Spezifikum). Songtitel wie Bad Luck & Trouble oder Bad Feeling charakterisieren seinen Stil. Remastered, 12 Bonustracks derselben Art und Zeit (späte 50er, um 1960 rum) von Excello. Essentiell!
 

 

 

Betty Davis – The Columbia Years 1968-1969
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CD oder LP

Ein unveröffentlichtes historisches musikalisch für damals z.T. frappierendes Dokument! Im Mai ´69 weit vor ihren legendären/kultigen Hard/Brutalo-Funk-LPs kurz nach ihrer Heirat mit Miles Davis aufgenommen, von Miles und Teo Macero produziert, auch arrangiert, die Band höchstkarätigst zusammengestellt – Mitch Mitchell/Billy Cox von Hendrix, alte (Herbie Hancock; W.Shorter höre ich nicht) und zukünftige (!) Miles-Musiker (John McLaughlin, der geniale Larry Young, Harvey Brooks), die ihre musikalischen Spuren hinterließen, manches wird gar verblüffend vorweggenommen. 5 Stücke (drei 5-6 minütig) plus ein abgebrochener Take: Soul+ abziehender klasse Groove + Ostinato + klasse Gitarrenfills und geile Orgel (wirkt fast wie New York der späten 70er!); Cream (ein Politician-Cover) trifft McLaughlins superbes Devotion, Erdigkeit laszives Flair, grandiose Guitar/Orgel-Kooperation; elegant-federndes funky Jam-Feeling; CCRs Born On The Bayou und ein (wie alles andere) eigener Song verschärft dreckig-scharf in rockigen R´n´B verpackt (entfernt Hendrix-Einfluß bzw. Tina Turner der Zeit). Als Bonus 3 Stücke einer ´68er Session mit Hugh Masekela und Crusaders-Leuten (eins damals als 7“ erschienen), vollmundig arrangiert, Soul der Zeit, ziemlich feurig bzw. stomping-packend sowie old-fashioned-balladesk. Remastered von Original-Masters, Demos eigentlich doch guter Sound, 36-S.-Booklet (v.a. erhellende Interviews mit ihr, Brooks, Masekela). Ziemlich kurz, aber außerordentlich lohnend (und: Schon damals eine gute Stimme)!
 

 

 

Colosseum – Live (remast. + expanded)
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nur CD

2016er auf Esoteric, remastered. Der große Klassiker von 1971. Und viel mehr! Für die, die wie ich damals den Kauf der (heute nur noch gebraucht sau-teuer erhältlichen) Morituri Te Salutant-Box verpaßt haben, ein Schatz (für alle, die aufregende zeittypische außerordentlich lebendige Rock-Prog-Blues/R´n´B-Jazz-Mixe mögen und die originale Doppel-LP, hier inkl. Bonustrack I Can´t Live Without You, nicht haben, sowieso)! Denn in dieser Fassung gibt es als 74-Minuten-Bonus die CD 3 der Box, sonst unveröffentlichtes Liveaufnahmen derselben Tour. Schon das eigentliche Album ist für mich ihr bestes, eine DER großen Live-LPs der 70er. Die Hälfte der 6 langen (alle exquisiten!) Songs gab´s nicht auf den Studioplatten, die anderen, nun klar länger, gänzlich anders, schon durch die Stimmgewalt vom kurz zuvor dazugekommenen Chris Farlowe (super, in Höchstform! Samt einiger lautmalerischer/Scat-Einlagen). Allein das fantastische auch melodisch schlicht tolle Lost Angeles lohnt schon den Kauf. Die Bonus-CD (manchmal im Sound nicht so ausgewogen, z.B. Sax zu leise, aber ok) enthält deutlich differierende Versionen von Rope Ladder… (länger, definitiv wilder), Skellington (verlangsamt, Soli verkürzt wie verlängert), Stormy Monday (stark verkürzt und verändert) sowie zwei 21-Minüter: Das Medley I Can´t Live Without You/Time Machine/The Machine Demands… (rasanter Prog-Jazz-Rock und ellenlanges Drum-Solo), v.a. aber DAS Großwerk von ihnen, über 4 Min. länger: Die komplexe kontrastreiche mit melodisch wundervollen Themen gespickte Valentyne Suite, in Teilen wesentlich modifiziert, zunächst stark beschleunigt, z.T. anders (weniger variabel) instrumentiert, weniger arrangiert/mehr Soli, zum Schluß noch ekstatischer (bis zum „Free Rock“). Der großartige 3. Teil (Grass Is Always Greener) dauert nun 10 Min. Für mich ein Muß.
 

 

 

Dinosaur Jr. - Give A Glimpse Of What Yer Not
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CD oder LP

4. LP nach der Reunion, in gewohnter Güte! Diverse harte fetzende/bratzende treibende Knaller (gar mal fast Pop Punk), selten signifikant ruhiger/ein wenig elegisch, beinahe träumerisch für ihre Verhältnisse (Be A Part – wunderbarer Song), ein paar Mal irgendwo dazwischen (gemäßigt harte Power), im längsten Track regelrecht heavy, doch genauso (hoch) melodisch wie alles hier, Pop-affine/catchy Songs auf ihre ganz spezielle Art, auch die 2 von Lou Barlow geschriebenen/gesungenen Titel, die deutlich transparenter, entspannter (einer geradezu erhebend), nicht so intensiv und fett wirken. Knocked Around kommt zur Hälfte ganz zurückgenommen, schon beinahe süß, poetisch, klassisch schön. Natürlich auch diesmal (mit 1 Ausnahme in jedem Stück!) 1 oder 2 bestechend melodische (Kurz-) Soli der Gitarre, manch super Riff oder zentrales Motiv. Ltd. LP: in lila-transparentem Vinyl, weltweit 9000 Exemplare
 

 

 

Ana Popovic – Trilogy
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nur 3CD-Set

2016er Veröffentlichung der Blues-Musikerin Ana Popovic- ihr ambitioniertestes Projekt – quasi ein Konzeptwerk, 3 Alben in einer Box : „Morning Funk & Soul… Mid-day Blues & Rock… Midnight Jazz…“ sagt sie selbst. Produziert von 2 Grammy-Gewinnern (Tom Hambridge, Warren Riker) und Branford/Wynton-Bruder Delfeayo Marsalis. Letzterer spielt auch, wie z.B. Legende George Porter Jr. (Meters-Co-Gründer), Bernard Purdie (Aretha Franklin etc.), Ivan Neville, Cody Dickinson (North Mississippi Allstars), als Gäste Joe Bonamassa, Robert Randolph. Den (hier massiven! Z.T. rockig interpretierten) Soul/Funk/R´n´B-Einfluß von CD 1 (Groove! U.a. Anklänge an Sly & Family, kurz auch Ike & Tina Turner, gar funky BS&T meets Chicago, inkl. Wah-Wah und Bläser) kennt man von ihr ja schon, punktuell, den zeitgenössischen Blues Rock von CD 2 sowieso (von krachend und hart bis einfühlsam bzw. balladesk-bluesig, noch mehr Wah-Wah), aber der heftige Jazz-Einschlag auf CD 3 ist mir neu! Und oft verblüffend pur, authentisch! Auch ihre Gitarre und Vocals. Viel Gebläse, swingender Bop bzw. bluesiger 50s-Jazz, Groove-Swing-Hybride, Balladen ganz old-fashioned mit 40s-Einfluß, hohe Qualität, u.a. Tom Waits-, Duke Ellington-Cover. Erstaunliches Werk!
 

 

 

Swans – The Glowing Man
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2CD / 3LP / 2CD/DVD

Seit ihrer Reunion in beständig bestechender Form, nach den triumphalen The Seer und To Be Kind nun nach eigener Aussage das letzte Swans-Album in dieser Besetzung. Wiederum ein grandioses Groß-Werk (5 der 8 Stücke sehr lang, 3 bringen es auf 20 bis 29 Min., insgesamt sind es 118)! Attribute und Ausrichtung ähneln The Seer. Die langen Tracks entwickeln immer wieder einen ungeheuren Sog, enorme hypnotische Qualitäten, entfachen mehrmals brennende/fiebrige Monumental-Wucht in den Crescendi bzw. davor eine unglaublich stoische Kraft, wahlweise unbeirrbar voranschreitend oder treibend inkl. repetitiver Grandezza, manchmal hämmernd bis fast gewalttätig-halluzinogen am Ende. Dazwischen ruhige psychedelische bis kontemplative oder geradezu sakral anmutende Breaks, unter Spannung stehende fließende oder düster-Post Punk-artige Parts, fortwährend gesteigerter/verdichteter atmosphärisch packender Post Rock, zweimal Assoziationen zu Pink Floyds Careful With That Axe (ruhig wie leichtfüßig, federnd und fast jazzy), durch Effekte Psychedelisiertes samt Minimal Music-Einfluß, diverse lange dräuende Intros (Free Form, leise bis mächtig zerrende Flächen), repetitive akkordisch gnadenlos hochgepeitschte Post Punk-Blöcke – und ein längerer toller Mix aus Can in Jam-Laune, heftig brodelndem Post Punk meets Dark Wave und PIL! 2 der 3 kürzeren Tracks sind dunkle songorientierte Balladen (in Richtung Nick Cave meets Bill Callahan bzw. unheilvoll und teilakust. mit Sängerin, im 2. Teil etwas Dark Wave-mäßig in vollmundig), der 3. ist ein friedliches sehr melodisches leicht hippie-eskes Pop-Mantra, schließlich hypnotisch-psychedelisch-außerweltlich verdichtet – sehr schön! Und immer wieder: Pathos in Härte, granitenen Furor, überwältigende Atmosphäre und atemberaubende Wucht gegossen. Ein erschöpfender Rausch in Musik. Ltd. Edition mit DVD (live 2015).
 

 

 

Radiohead – A Moon Shaped Pool
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CD / 2LP

16er, Ihr „musikalischstes“ Album seit langem, erfreulich songorientiert meist, viel Melodie, keine verstörenden Sachen, „zeitlose Moderne“, erstaunlich geschlossen (1, 2 Ausnahmen) und zugleich vielschichtig! Keine Frickelbeats, Melancholie, Sehnsüchte, Schönheit und viel Atmosphäre. In sich versunkene leicht unwirkliche bis schwebende bzw. zart getupfte Pop-Balladen (mit und ohne Intensitätsverdichtung), unterschwellig spannungsgeladene Modern-Day-Psyche-Trips mit halluzinogener Tendenz, ein erstklassiger straighter Pop-Song mit Zug und Drama, leicht elegischer wie introvertierter (Songwriter-) Pop, auch mal kleine Prisen spirituell angehauchter laidback fließender Folk Jazz (samt Assoziation zu Mitt-70er Joni Mitchell), und mehrfach schleicht sich ein gewisser Brit-Folk-Einfluß ein (nicht im Sound) von Psyche-Folk bis ins Heute gebeamter Nick Drake, akustisch-elektronisch. Neben den sehr aparten Keyboard-Sounds und strikt musikdienlichen Gitarren fein arrangierte Streicher. Für mich ihre beste LP seit vielen Jahren, die sich zudem kaum abnutzt!
 

 

 

Branford Marsalis Quartet  with Kurt Elling – Upward Spiral
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nur CD

Ein neues Album meines Lieblings-Saxofonisten. Auch hier (Sopran und Tenor), ohne lange Soli, absolut glänzend! Wie die meist herrlich subtile/sensible Band. Das Besondere: Natürlich Top-Sänger Kurt Elling, der komplett kongenial agiert, oft samten, einfühlend, warm, 1x auch leicht angespitzt, fast quirlig. Vieles kommt leise/balladesk, aber sowas von geschmackssicher, feingeistig! Von der sanften romantischen Jazzballade im Stil der 40er bis zu (mehreren) ungebundenen wundervollen „free wheelin“-Parts (nein, kein Free Jazz), und die beiden längsten Stücke (die meisten sind kürzer, prägnant songhaft) sind unfassbar zart, feinziseliert, grazil, ohne jedes falsche Sentiment, tief berührend, in sich ruhend, bestechend luftig! (1x inkl. grandioser freigeistiger Zuspitzung). Hinzu kommen eher klassischer satt swingender bis eleganter Bop, mal etwas Brasil-Feeling, sachter harmonischer Post Bop, zeitweise auch rasanter beinahe explosiver. Das alles brillant gespielt und ganz außerordentlich melodiös (viele Covers, u.a. von A.C. Jobim, Sting, Chris Whitley, Sonny Rollins, Sinatra)! Dicke Empfehlung.
 

 

 

Lightnin´ Slim – Rooster Blues
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nur CD

2016er Reissuen des wahrhaft legendäre Debut (damals auf Excello), ein echter Klassiker (seine beste LP). Eine große Figur des Blues, über die nicht oft gesprochen wird, herausragender, wichtigster Vertreter des Louisiana (Swamp) Blues mit einigen charakteristischen Eigenheiten: Ausnahmslos Songs ohne ein Gramm Fett, Drums (Percussion) wie Gitarre eher rudimentär, kein Bass, die (direkte, ungeschminkte, klassische und exzellente) Blues-Stimme beständig kommentiert von Harmonica (Lazy Lester, ab und zu Slim Harpo! Z.T. kurze Soli). Ein Nachhall des Country Blues ist zu hören, doch konsequent elektrifiziert im Stil der 50er, extrovertiert, tough, mal rockend, mal slow (bzw. ziemlich nackt), teils etwas Echo (noch ein Spezifikum). Songtitel wie Bad Luck & Trouble oder Bad Feeling charakterisieren seinen Stil. Remastered, 12 Bonustracks derselben Art und Zeit (späte 50er, um 1960 rum) von Excello. Essentiell!
 

 

 

Paul Simon – Stranger To Stranger
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CD / CD Deluxe / LP 

Der Mann hat auch 2016 immer noch was zu sagen, geht Risiken ein, sucht Neuland! Diverses lebt und basiert ganz von/auf der Rhythmik: Unterschiedlich gefärbte afrikanische Grooves v.a. (auch mit modernen/Club-Zusätzen), auch etwas Latin-Prägung, teils enorm ansteckend, nie irgendwie archaisch. Klasse! Die Stücke, die es auf über 4 Min. bringen (die Hälfte), kommen dagegen melodiebetont, „songhaft“ – wenngleich auch hier Rhythmen z.T. eine wichtige Rolle spielen (ein faszinierender von sachtem federndem unbestimmtem suggestivem Flow gespeister Song außerhalb gängiger Kategorien, dezent groovender zurückhaltender Roots Rock, oder, sachte und sehr apart, ein wenig an Graceland erinnernd). Die beiden brillanten Highlights aber klingen leise, atmosphärisch bestechend, geradezu verzaubernd (der geniale wunderschöne Titelsong, ein Kunstwerk!!) bzw. grazil, sanft und folkig, anrührend-betörend, voller farbiger Tupfer – ein Kleinod! Das Klangbild wirkt beständig sehr luftig, reduziert, mit äußerst effektiven Nadelstichen von Gitarre, Keyboards, Glockenspiel, Harmonium, Cello, Marimba, vielerlei Exotik und wirkungsvoller zarter Elektronik. Verblüffend und exzellent!
 

 

 

Luka Bloom – Frugalisto
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CD / LP

Ich mag ihn einfach, seine so angenehme eher sanftere/entspannte wie eindringliche Stimme, seine Songs, seine ganze Art. Charakteristisch sind hier die ständige Verknüpfung von akust. und sehr delikater/filigraner/melodischer/cremig singender/klangmalend verwehter E-Gitarre (wozu sich Geige bzw. Cello, mehrfach auch Flöte, Mandoline gesellen) sowie die Sorte zurückhaltender ziemlich edler Songwriter-betonter Folk (Pop), die seine irischen Wurzeln kaum einmal richtig offensiv betont, sie aber auch nicht verleugnet. Relaxt und locker fließend, zutiefst poetisch, wunderbar leichtfüßig, ganz sachte und wehmütig bzw. sanft-melancholisch, selten zudem erhebend, nur manchmal etwas extrovertierter, gar dezent tanzend. Die atmosphärisch wundervollen No Fear Here und das zarte Wave Up… sind großartig! Und sporadisch erinnert er mich auch an seinen Bruder Christy Moore (z.B. im tollen Titeltrack). Einfach schön!
 

 

 

                                Vibravoid – Psychedelic Blueprints                                                                                             

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nur CD

2016er, eine (eigentlich kaum mögliche) mit 75 Min. vollgestopfte Best of einer der weltbesten Psyche-Bands. 2 Songs der ersten beiden Alben (2000/2002), der Rest von den „regulären“ Studio-LPs 2008-13. 13 Tracks, v.a. ihre songorientierten kürzeren (trotzdem vor tollen Effekten strotzenden) mit einfachen Melodien gespickten Stücke, sporadisch Annäherungen an Psyche Pop, ein paar Mal Einfluß früher Pink Floyd-Singles. Straighte allerfeinste mächtig Space-durchwirkte Psychedelia, ab und zu ein natürlicher Rock-Groove mit Zug, punktuell eine Prise Eastern oder etwas spooky und becircend atmosphärisch. Dazwischen zwei 13-minütige Trips (ruhig, dunkel und auf faszinierende Art beinahe kontemplativ, im letzten härteren Drittel Spacemen 3-Anleihen; ein Mix aus kurzen experimentellen Parts, handfest sägendem Hawkwind-inspiriertem Space Rock und leicht hippie-eskem halluzinogenem Space-Psyche), ein längerer herrlicher z.T. träumerischer weicher harmonischer Wohlklang in Space. Natürlich stecken bei ihnen viele Elemente der späten 60er drin, aber ihr Stil besitzt deutliche Eigenheiten, ist klar wiedererkennbar (nicht oft in dem Genre!), regelrecht hyper-psychedelisch, voller einfach wundervoller bis berauschender Sounds (und organisch integrierter prächtiger Effekte). Songs wie Playing With Beuys, Politics Of Ecstasy, Empty Sky und das brillante Random Generated Future sind für mich bereits Klassiker, eine großartige Band!
 

 

 

Yo-Yo Ma & The Silk Road Ensemble – Sing Me Home
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nur CD

.Ein Quasi-Konzeptalbum über Heimat. Eine unfaßbare Reichhaltigkeit, Substanz, Fülle an Klangfarben/Instrumenten verschiedenster Kulturen. Voller herrlicher (Ethno/Folk-) Melodien (und Rythmen), deren ganze Schönheit sich manchmal bei all der überbordenden Vielfalt erst nach und nach (und umso nachhaltiger) erschließt, gespeist aus dem mittleren Osten, Indien/Pakistan, den USA (Appalachen z.B.), Irland, Mazedonien, Mali, Galizien, Japan/China, dem Balkan, selbst der Klassik, dem Blues oder ganz altmodischem Pop (v.a. uralte Songs/Traditionals werden gespielt, aber auch ein paar Kompositionen der mitwirkenden Musiker – Hochkaräter allesamt, aus Folk wie Klassik stammend). Dabei vermischen sie die jeweiligen Traditionen/Stile immer wieder neu, innovativ, z.T. verblüffend und nie so gehört, jedes Stück ist anders. Und doch fügt sich organisch alles zusammen. In fantastischer Spiel- und Arrangeurs-Kunst, ungeheuer vielschichtig in jeder Beziehung, höchst kunstvoll und differenziert oder eher natürlich und etwas schlichter, angeführt vom Meister-Cellisten und Ikone Yo-Yo Ma himself in einem Rausch aus Farben von Saiten-, Blas-, Streich- und Schlag-Instrumenten (kaum Tasten) sowie (in den meisten Tracks) fabelhaftem, hinreißendem Gesang, teils wundervoll mehrstimmig bis hin zu Annäherungen an Bulgarian Voices oder Huun Huur Tu, u.a. sind als Gäste Sarah Jarosz, Abigail Washburn, Rhiannon Giddens, Gregory Porter, Lisa Fischer dabei (als Musiker z.B. Toumani Diabate, Martin Hayes von The Gloaming, Bill Frisell). Dramatisch, kontemplativ, tumultös, mitreißend, treibend, vollkommen friedlich, relaxt fließend, dynamisch, getragen, groovend, rasend, meditativ ist diese Musik, immer wieder auch von verzaubernder Spiritualität, das Ergebnis klingt in dieser Gesamtheit einzigartig. Berauschende 72 fast zu kurze Minuten.
 

 

 

                            Robin Trower – Where You Are Going To                                                                                   

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nur CD

Neue CD aus 2016, solide und ohne Überraschungen, er bleibt sich treu und sorgt mit seiner sublimen bedächtigen nicht auf schnellen Effekt sondern (selbst in den 2,3 eher ziemlich ausgiebigen Soli) auf Inhalt und Substanz ausgerichteten Gitarre für eine Menge Wohlfühl-Momente! Klar spielt der Blues eine große Rolle (als klassischer schleppender oder federnder, mal funkiger, oder natürlich Hendrix-verwandter Blues Rock/bluesiger Rock), fast immer, aber sporadisch/nur kurzzeitig kann die Musik sogar fast wie eine Art aparter Songwriter-Rock wirken. Der Hendrix-Einfluß wird besonders in einigen Wah-Wah-Passagen deutlich, 1,2 Mal erinnert mich die ganze Machart auch ein wenig an Mick Taylor. Die Songs sind weitgehend konzentriert/kompakt, oft zurückhaltend/laid back, selten balladesk (äußerst feinfühlige Gitarre).
 

 

 

The Rides – Pierced Arrow
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CD / LP / Deluxe CD

2016er Album  der „Supergroup“ um Stephen Stills, Kenny Wayne Shepherd und Barry Goldberg (+ u.a. Chris Layton aus Stevie Ray Vaughans Band). Nein, spektakulär klingt auch diesmal nichts. Aber die Musik entführt aufs Beste so ungefähr 45 Jahre +/- zurück, und die (angenehm kurzen/ökonomischen) Gitarrensoli von Stills (der auch oft singt) und Shepherd sind erste Sahne! Wunderbar scharf z.B. oder einfühlsam sanft stechend, gar schon mal herrlich filigran zart. Diverse klar 50s-beeinflußte Stücke, ob rockender Blues (bis hin zu einem Hauch Allman Brothers), kompakter klassischer schwerer (entfernt a la bluesigste Mountain) resp. treibender Blues Rock oder Rock´n´Roll-angelehnt (schlicht und unwiderstehlich abziehend bzw. R´n´B-Herkunft mit tollem Drive). Zum Schluß in einem Willie Dixon-Cover (und in 2 der 3 Bonustracks der Deluxe-Version) auch ganz purer 50s-Blues. Daneben 2 bluesige Balladen, tiefenentspannt, 1x bis in Hendrix-Slow Blues-Nähe; und ein toller ruhiger Song irgendwo zwischen CSN(&Y), Peter Green und Buffalo Springfield! Vinyl 180g.
 

 

 

                                   We Are Scientists – Helter Seltzer                                                                                        

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CD und LP

5. LP der US-Band, immer v.a. in England mächtig erfolgreich – kein Wunder bei dem Sound, gern mit Franz Ferdinand, Maximo Park, Bloc Party verglichen (beeinflußt sicher), Art Brut oder Weezer sind manchmal nicht weit weg. Der Sound mächtig rockig, ungeheuer durchschlagskräftig, gut scharf – die Melodien teils toll catchy, Brit Pop-angelehnt. Indie Rock, Synth Pop-Spuren, ab und zu überschwänglich schon in Power Pop-Nähe, mal ein Hauch Post Rock oder Beatles-Einfluß (im Songwriting), melodiebetont, typisch die harten markanten Gitarren-Riffs/Licks mit Synthie-Krönung, mehrfach sehr viel Drive. Aber auch süffiger Balladen-(Power-) Pop pur.
 

 

 

                                  Grateful Dead – Red Rocks 7/8/78                                                                                      

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nur als 3CD-Set

2016er Release von den Originalbändern aber alles andere als bloß „noch ein Dead-Konzert“. Von 1978, eines der bei Deadheads 3,4 legendärsten Auftritte überhaupt. Zu Recht!! Da bis vor kurzem die Masterbänder vermißt wurden, erst jetzt regulär veröffentlicht, in ziemlich exzeptionellem Sound! Nach noch etwas unrundem Opener in nicht ganz 3 Stunden ein einfach großartiges ganz ungemein präzises Set, z.T. grooviger als normal, oft ausgesprochen kraftvoll, relativ kompakt und enorm konzentriert, partiell kontrastreicher innerhalb der Tracks als sonst, zwischendurch mal leicht jazzig, Jerrys Gitarre äußerst inspiriert (gerade auch in den nicht so langen Stücken), teils von gestochener Schärfe. Und der Gesang… hab ich den jemals so gut vernommen?! Ob Weir wie Garcia, ob balladesk oder rockig, selbst Donnas Backing Vocals (fast immer dabei, manchmal beinahe perfekt!), häufig erstaunlich kräftig bis extrovertiert, manchmal auch geradezu anrührend… es paßt alles! So viele Highlights: Samson & Delilah (sehr schnell, fast wagemutig), Ship Of Fools (beste Version ever), Estimated Prophet (fantastisch, welch Soli von Jerry!), Dire Wolf, New Minglewood Blues, Other One, Terrapin Station (becircend poetisch, verzaubernder Jerry), Sugar Magnolia (Power-Klimax, lange Fassung), Wharf Rat (fast meditativ)… Als Sahnehäubchen das selten gespielte Zevon-Cover Werewolves Of London (ungewöhnliche sehr schöne bluesige Gitarre). Entweder war der Stoff besonders gut oder es gab „zu wenig“, oder es lag an der Örtlichkeit (quasi in der Natur mit toller Bergkulisse) – insgesamt für mich eins der besten Konzerte, die ich je von ihnen gehört habe (Cornell ´77 bleibt die Nr. 1, gibt´s hoffentlich auch irgendwann regulär). Für Fans ein unbedingtes, absolutes Muß. Sogar für Einsteiger bestens geeignet (auch ohne Dark Star bzw. extrem psychedelische Trips).
 

 

 

                                 Gregory Porter – Take Me To The Alley                                                                                           

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 CD / 2LP / CD/DVD

Neues Album des Shooting Star der Jazz-Sänger auf BLUE-NOTE Records, blitzartig zum erfolgreichsten überhaupt aufgestiegen – wobei Jazz zwar essentiell bleibt, v.a. in der Intonation seiner exquisiten ungemein warmen ausdrucksvollen Baritonstimme (nach wie vor ein Genuß!), die Musik aber, ganz ähnlich wie beim Vorgänger, eine Menge Soul-, R´n´B-Elemente bereithält, auch ab und zu eine Prise Pop schön altmodischer Art oder mal einen Spritzer Gospel. Alles völlig natürlich/organisch verbunden, mit Früh-70er-Referenzen, old-fashioned Grooves, seelenvoll geschmeidig, bodenständig-kraftvoll, Bill Withers-verwandt, behutsam einfühlsam balladesk (gern!). Durchweg höchst melodisch, er selbst spricht von „Singer-Songwriter-Jazz“ – er legt großen Wert auf gute aussagekräftige Texte (nur 1 Cover ist dabei). 2x fast purer (Classic) Jazz, swingend/in Bop-Nähe. Wie zuvor begleitet ein mit kurzen Sax/Trumpet-Soli ergänztes Piano-Trio, sehr fein, ab und zu Orgel. Deluxe-Version mit diversem Video-Material, z.T. live im Studio. Edel und richtig gut, ehrlich, emotional und inspiriert, keine Spur von Ausverkauf!
 

 

 

Irmin Schmidt & Bruno Spoerri – Toy Planet
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nur CD

2016er Reissue des Albums von 1981, für mich die beste Solo-LP des Can-Keyboarders. Der Titeltrack, Rapido… und Springlight Rite bieten tolle fantasievolle elektronische Musik, mehrschichtig, dunkel zum Teil, spannend, ob entfernt Cosmic Music-verwandt, ein Hauch sakral, mit unterschwelligen bzw. in Wellen startenden/abebbenden Rhythmen, als partiell beinahe halluzinogene farbenfrohe Synth-Mini-Symphonie oder düster-bedrohlich anmutend (hätte gut in den „Interstellar“-Film gepaßt) – ganz exquisiter Stoff! Anderswo dominieren jiddische Einflüsse verschiedener Art zwischen getragen und angestochen (und melodiereich!) oder Electronic Grooves (fast hämmernd Disco-artig in Synergy-Nähe oder mit Zug und entfernt Steve Hillage-ähnlich). Mehrfach ganz leise/schwebende Anfänge, Atmosphäre aufbauend, langsam verdichtet/rhythmisiert. Neben Tasten aller Art sticht Spoerris Sax/Lyricon heraus, auch in längeren Soli. Und die vielen Melodien!
 

 

 

Eric Bibb & North Country Far With Danny Thompson – The Happiest Man In The World
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nur CD

Neues 2016er Material, diesmal mit einem unaufdringlichen wie feinem akustischem Saitengeflecht aus Guitar, Mandoline/Mandola und Dobro bzw. Weissenborn/Slide (selten auch Pedal Steel), geerdet von zurückhaltender aber kongenialer Rhythm Section inkl. Bass-Legende Danny Thompson (edel! Manchmal eine Spur jazziges Flair). Der Sound mutet wunderbar lose wie together an, hat Raum zum Atmen, viel Wärme, wirkt völlig natürlich und organisch – genauso wie die hier praktizierte ganz selbstverständlich wirkende Verbindung der Stile: Blues, Country, Folk, oft mit einem gewissen old-timey-Einfluß, ohne in der Umsetzung je pur so zu klingen wie damals – eher komplett zeitlos, mit 1,2 Abstechern zu mehr zeitgenössischem Americana. Die Atmosphäre ist zwanglos, heiter-gelassen, laid back, ab und zu feinsinnig-balladesk und fast swingend, sporadisch irgendwie tanzend. Und das Kinks-Cover You Really Got Me (!) kommt so ganz anders, atmosphärisch stark, besitzt unterschwellige Spannung.
 

 

 

                                                                                                                                                Eric Bibb & JJ Milteau – Lead Belly´s Gold      

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nur CD

11 Tracks live, 5 im Studio, uralte bekannte Klassiker, Leadbelly-Cover und 3 Originale, relativ puristisch und reduziert (akkustische Gitarre, glänzende ungemein volle und ausdrucksstarke Harmonica, minimalistische Drums). Entsprechend des Materials klingt Bibb sehr traditionsbewußt – auf seine spezifische Art – bis ziemlich old-timey, mischt, wie schon das Vorbild, die Stile: Blues, Folk, ein wenig Gospel oder old-fashioned Pop, sogar Spuren von Zydeco/Cajun/Jazz, agiert teils (in der Mehrzahl) rhythmisch, teils sanft bis poetisch, manchmal sogar etwas rockig (bzw. quasi als Rockabilly-Vorstufe), und fast durchgängig einfach, schmucklos – bis auf seine typische Stimme, die nach wie vor sehr zu berühren vermag. Erstklassig! Big Daddy Wilson steuert ein paar feine Harmony Vocals bei.
 

 

 

Steven Wilson – 4 ½
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LP oder CD oder CD/BluRay Audio

2016er Werk,zwischenprodukt auf 37 Minuten (4 Outtakes der letzten LP, 1 der davor, 1 Remake eines alten Porcupine-Songs). 2x Einflüsse von rockigen/härteren gitarrenbetonten Yes (1x komplex/scharf, King Crimson-Spots/elegische/sehr schöne ruhige Parts, 1x eher straight und melodiebetont). 2x ganz zurückhaltender melodischer klangmalerischer Schön-Klang mit einer Spur Romantik. 1 rockend-groovender Track mit Anleihen von Fusion und schroffen aktuelleren King Crimson. Und lyrischer gefühlsbetonter Rock zwischen Prog-Fusion, schwebend und leicht spacig. Blu Ray inkl. High Res Stereo 5.1. Mix von „Lazarus“, Vinyl 180g
 


 

 

John Cale – Music For A New Society/M.Fans
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2LP oder 2CD

Das CD-Set enthält den ´82er Klassiker remastered mit 3 unveröffentl. Outtakes und ein „complete new reworking“, „sampling the original, while creating brand new sounds“ (betitelt „M.Fans“, auch als DLP erhältlich) – also neu eingespielt unter Verwendung alter Samples - es wirkt völlig „neu“, anders! Deutlich elektronischer (ohne auf Piano, Gitarre zu verzichten, Keyboards omnipräsent), zeitgemäß in gut, (Electro) Grooves/programmierte Beats inklusive, meist dunkle Stimmung, und teilweise ganz schön faszinierend. Die Stimme klingt z.T. wie durch einen Vorhang (aber durchdringend bis fast gravitätisch, mit neu hinzugekommenen Backing Vocals). Mal pures packendes (Melo)Drama (auch in Zeitlupe), mal regelrecht erhaben, mal sägend, oft ungeheuer intensiv. (Nicht typische) Assoziationen reichen bis zu Cabaret Voltaire, Peter Hammill, Bowie (Let´s Dance-Phase/funky Groove Pop), kurz gar Sisters Of Mercy, von Post Wave-Dance Pop bis zu Noise/Industrial-Anleihen. 2 Songs des Originals fehlen, einen gibt es in 2 völlig verschiedenen Fassungen, dazu einer der Outtakes, und die abschließende getragene Einsamkeits-Ballade ist einfach wunderschön! Höchst lohnend!

 


 

 

                                                                                                                                                 Dave Gahan & Soulsavers – Angels & Ghosts          

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LP oder CD

Ich hätte nicht gedacht, dass ich den Depeche Mode-Sänger mal besprechen würde, hab auch nur eher widerwillig reingehört, bin aber gleich hängen geblieben. Mit den Soulsavers (Mark Lanegan, Will Oldham etc.). Warm klingt das, Roots- bewußt, eine Art Edel-Pop mischt sich mit Blues-, Soul-, Gospel-, Americana- Einfluß, auch Nick Cave (der aktuelle) ist 1,2 x nicht so weit weg, und die Stimme paßt exakt dazu. Extrem hoher Balladenanteil, etwas Crooning, Gitarren (teils ganz exzellent!) und Orgel, meist im Verein mit Streichern, geben ganz old-fashioned den Ton an, dazu einiges Gebläse. Und leidende Melancholie. Zum guten Eindruck tragen das Songmaterial und die (für mich überraschende) Emotionalität bei.
 


 

 

                                                                                                                                      Neil Young - Blue Note Cafe        

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LP oder CD

Neues aus der Archives-Serie, live von der 87/88er-Tour vor und kurz nach der This Note´s For You-LP mit 11-köpiger Band (im Kern die 6 Bläser der LP und Crazy Horse), mit 7 Tracks des Albums, 4 unbekannten Songs (das Label spricht von 7, einige sind auch sehr rar, aber z.B. auf der Archive-Box Vol.1 – 2 uralte Stücke – oder auf Red Rocks sowie A Treasure enthalten, I´m Goin ist eine Single-B-Side der This Note´s-Zeit, 2 gibt´s auf dem Lucky 13-Sampler) und mehr, 21 Stücke, auf 148 Minuten. Musikalisch bei der Besetzung natürlich Neil-untypisch, auch die Gitarren (trotz vieler Soli, übrigens auch der Bläser, allerdings nie ausgedehnt), es geht in This Note´s-Richtung: R´n´B/Blues, z.T. in rockender Form, gar mal vollmundiger Blues Rock (´n´Roll), oder in eher klassischer, z.B. Spät-60er-Anlehnung, fett und satt groovend, bis hin in Booker T-Terrain, bzw. stoisch marschierender Blues. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, mir gefällt es sehr gut! Es gibt auch 2 leise, fast zarte Balladen, dezent bluesig. Oft in ziemlicher Schärfe mit fetzigen Bläser-Sätzen !Und die Vocals nicht gerade sehr weit nach vorne gemischt. Nur wenige Ausnahmen: Der legendäre Live-Klassiker der 80er, Ordinary People (erst auf Chrome Dreams 2 veröffentlicht) auf 13 Min., wenig Bluesanteil (aber Bläser), relativ Neil-typisch, klasse! Crime In The City, von Freedom vorweggenommen, harte treibende dreckige Crazy Horse in Richtung Ragged Glory (ohne Bläser und Orgel, die sonst fast immer dabei ist). Sowie, einziger alter Klassiker, eine epische kontrastreiche (von nackt pochend bis spannungsentladend voll bratzend) 19-Min.-Fassung von Tonight´s The Night. Für meine Begriffe ein Muß für Neil-Fans.
 


 

 

                                                                                                                                                Eva Cassidy – Nightbird             

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4LP+2CD+DVD  oder  2CD+DVD

15er Release. Live am 3.1. 1996, durch die „Live At Blues Alley“-LP (mit 12 Tracks) ziemlich berühmt, nun erstmals auf satten 140 Min. der komplette Auftritt, 32 Stücke (neu gemixt und remastered von den Mastertapes), davon eine Reihe nie von ihr veröffentlicht. Beide Formate limitiert, Vinyl 180g. Wenn es sowas wie das definitive Set von ihr gibt, dann das hier! Nur wenige haben die Fähigkeit, alten Klassikern (hier v.a. aus den 30ern bis 60ern, ganz wenige neuere) derart schlüssig und brillant neues Leben einzuhauchen – nur mittels ihrer so wundervollen in allen Schattierungen prächtig phrasierenden zu jeder Emotion fähigen Stimme. Ungeheuer einfühlsam, leise, zart, strahlend, kraftvoll, stimmgewaltig, unglaublich souverän. Was sie aus durchgenudelten Schlachtrössern wie People Get Ready, Stormy Monday, Autumn Leaves macht (nur 3 Beispiele von ganz vielen), ist beispiellos! Einfach großartig! Vom Quartett mit E-Gitarre (sie selbst spielt eine 2. oder akustische), Piano und Rhythm Section kongenial musikdienlich (ohne auf kurze gern filigrane Soli zu verzichten) begleitet (manchmal ohne Drums). Große häufig berühmte Songs aus Blues/R´n´B, Jazz, Pop, Soul, Folk, stilistisch ab und zu erweitert (multipel rootsig, sporadisch leicht angerockt, mal eine Prise Gospel) bzw. (z.B. in der Stimmung) verändert, zumeist eher genretreu, gern 50s/60s-orientiert (oder 40s), pendelnd von sanft/balladesk bis extrovertiert/quirlig/rasant. Die DVD (55 Min., 12 Tracks) vom selben Konzert, s/w, nur 1 Kamera, Bild aber recht ok (Ton sowieso). Eine dicke Empfehlung!
 

 

 

                                                                                                                                                               Dead Weather – Dodge And Burn                                          

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LP oder CD

3. LP der Band von Jack White ( WHITE STRIPES ) und Alison Mosshart (die KILLS-Sängerin) mit Dean Fertita (Queen Of The Stone-Age-Gitarrist), Jack Lawrence (Raconteurs). ROCK! In phasenweise richtig aufregend, verblüffend frisch, extrem lebendig (allein die harten beweglichen z.T. wilden Drums, der extraordinaire Gesang, aggressiv wie so vieles hier!). Keine Songwriting-Delikatessen, Haltung, Sound und enorme Schärfe zählen! Öfters eine Verbindung der Ideale und Strukturen der frühen 70er (inkl. Hard Rock) mit „modernen“ oder gar fast innovativ wirkenden Rock-Ideen, beides steht aber auch schon mal für sich – im Extrem: Eine begeisternde Led Zep-Reinkarnation (Immigrant Song läßt grüßen), ein Mix aus schleifendem Noise-Hip Hop und scharfkantigem Underground Rock. Zwischendurch ein feiner Groove, überschnappende Rasanz, einige durchdringende grandiose Gitarrenparts von heute, ein Kontrast zwischen lasziv und großartig rabiat/wütend, eine Prise messerscharfer Blues Rock (bluesige Untertöne gibt es mehrere). Nur die einzige Ballade war nicht nötig. Actionreiche aufreibende Musik.
 

 

 

  Kari Rueslatten – To The North  

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LP oder CD

2015er Veröffentlichung der norwegischen Singer-Songwriterin, von den Landschaften ihrer Heimat inspiriert. Vor allem ungeheuer atmosphärische doch nur bedingt folkige (elektrische) Balladen, stattdessen Tendenzen zum erwachsenen Edel-Pop, Zeit und Herkunft enthoben. Bestechend neben ihrer gefühlvollen emotionsgeladenen entzückenden Stimme immer wieder gleichfalls eminent atmosphärische edle herrliche die Stücke ausmalende Gitarrensounds (Keyboards sehr dezent, etwas Piano, sporadisch Flöte). Nur selten voller/kräftiger im Klang (und eher halb-balladesk). Melodisch stark (auch hier nur bis zu einem gewissen Grad Folk-basiert)! Leicht dunkel gefärbter Schönklang, live im Studio aufgenommen, ein imaginatives homogenes Album mit einigen echten Highlights (wozu der tolle schwerelose Titeltrack und eine komplett entschleunigte Version des einzigen Covers, Turn Turn Turn, gehören).
 

 

 

                                                                                                                                                                        Solveig Slettahjell - Knut Reiersrud  – Trail Of Souls                                                                                                                     

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LP oder CD

Extrem edel! Im Ganzen genossen hinterläßt das Album einen tiefen tiefen Eindruck, erzeugt eine sehr spezielle faszinierende Stimmung wie kaum ein anderes, z.B. durch die komplette Entschleunigung vieler Stücke (die Große Langsamkeit kennt man ja schon von ihr), eine geradezu suggestive Ruhe. Auch sonst: Durchweg balladesk. Manchmal nur zart getupft. Sehr sehr eigene Interpretationen von v.a. (z.T. uralten) Gospel- und Blues-Songs (Trads, Covers von z.B. Blind Willie Johnson, James Cleveland), die sich stilistisch nicht unbedingt an die Vorlagen halten, genausowenig wie Stücke von Peter Gabriel, Bill Withers, Leonard Cohen. Gospel (in meist minimaler Dosis), Blues, Songwriter-Balladen-Pop, etwas Folk, Jazz und Soul mischen sich immer wieder anders und äußerst delikat, teils wunderbar atmosphärisch aber eindringlich, zutiefst poetisch, selten handfester. Die Stimme herrlich phrasierend, ab und zu ein jazziges Flair, mal auch schlichter und dennoch ungemein gefühlvoll – genau wie die großartige gern filigrane Gitarre! Piano kommt hinzu, hier und da unterlegt ein ganz leiser verwehter bis sphärischer Synthie. Klare Empfehlung!
 

 

 

                                                                                                                                                                                            Värttinä – Viena                                                                                                                               

Viena

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2015er CD der so einzigartigen finnischen Gruppe. Die 3 Sängerinnen verzaubern mit ihren mehrstimmigen z.T. kunstvoll geschichteten warmen wundervollen Vokalarrangements wie eh und je, ein purer Genuß, doch die an die Bulgarian Voices erinnernden manchmal fast stählern wirkenden wagemutigen Ausflüge sind seltener geworden (wiewohl nicht eliminiert, v.a. in 2 grandiosen a capella-Stücken). Insgesamt überrascht die CD, denn sie gehen „back to their roots“, wurzeln weit stärker als gewohnt in finnischen Folk-Traditionen (bis hin zu fast klassischem „konventionellem“ Skandi-Folk), verzichten (beinahe) auf Rock- oder Jazz-Elemente, den „World Music“-Aspekt (und jegliche Percussion), agieren z.T. ganz pur – klingen zugleich irgendwie noch melodiereicher (phasenweise bestechend! Wunderschön!). Die Stimmungen sind vielfältig (von extrem langsam und zutiefst poetisch über getragen/melancholisch-feierlich bis sachte fließend, dezent bzw. fröhlich beschwingt oder lebensfroh quirlig, mehrfach in schneller Form rhythmisch massiv akzentuiert (1x beinahe manisch!), oder auch ein sehr angenehmer entspannter innerer Zug. Erstklassig die fein verzahnte Begleitung von verschiedenen Saiten- und Streich-Instrumenten sowie Akkordeon (selten Oberton-Flöte). Wenige Traditionals, meist Originale. Ich hab 2,3 Durchläufe gebraucht, um mich zu gewöhnen, nun bin ich nachhaltig ziemlich begeistert, einige Stücke strahlen eine total faszinierende suggestive Sogwirkung aus!
 

 

 

                                                                                                                                      Leslie West – Soundcheck                    

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LP oder CD

Leslie West ex-MountainMusiker ist hier bei seinem neuen Werk recht vielfältig, dass wird schon durch die Auswahl der Cover (nur 3 Originale) deutlich: Z.B. Going Down (krachender superfetter Rock´n´Roll), People Get Ready (der Soul entzogen, mir zu gefühlig), You Are My Sunshine (Folk-, Pop-Einfluß, ungewohnt ruhig/sparsam/sanft, wie auch Stand By Me, großteils akustisch, mit Bonnie Bramlett), Spoonful (einzig langes Stück, live, mit Jack Bruce ( Cream)-Vocals, heavy, derb, roh, auch im Sound,  fleischiger Blues Rock updated, straighter harter bluesiger Rock (fast Hard Rock), ein folkiges Akustikstück von Page bis Kottke (nachdenklich bis dicht und intensiv). Die Vocals rauh und immer noch extrem kraftvoll, Gitarre feist, singend, zerrend. Vinyl 180g.
 

 

 

                                                                                                                                         Bruce Springsteen – Agora Ballroom 1978

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3-CD Box

2014er, schon das 3. semi-offizielle Release der 78er Tour in kurzer Zeit, ebenso berühmt wie das Winterland-Konzert, legendär bei den Hardcore-Fans, es gibt so einige, die sagen: Sein bester Auftritt ever! Trägt zu Recht den Untertitel „The classic Cleveland Broadcast“. In für seine Verhältnisse relativ kleiner Halle, was zur enormen Spielfreude beigetragen haben mag. 23 Songs, 8 davon nicht auf Winterland (7 nicht auf Capitol Theater), eine Reihe stark ausgedehnte Versionen: Prove It All Night, Growin´ Up, Rosalita, Because The Night, Spirit In The Dark, Backstreets (episch, grandios!), Racing In The Street (ein Traum! Im Doppelpack mit, voller Power, Thunder Road) sowie Jungleland (majestätisch!). Auch 4th Of July kommt super. Fast alle bis dahin essentiellen Stücke sind enthalten (ok, 10th Avenue.., Streets Of Fire, vielleicht Candy´s Room hätte ich noch gerne gesehen). Plus Sherry Darling im Vorgriff auf The River und Covers: Gloria (Them), Raise Your Hand, Summertime Blues (Power-Speed-Fassung), Not Fade Away, Twist & Shout. Knapp 3 Std. Musik + 38 Min. Interview. Der Sound ist, der Quelle (Radiokonzert) entsprechend, ok. Auf Left Field Media. Für jeden Fan ein Muß. Einfach ganz groß.
 


 

 

                                                                                                                                                                 

Kante – In Der Zuckerfabrik

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nur CD

7 Jahre machten sie auf Einladung (kaum bemerkt)Theatermusik für Stücke von Goethe, Brecht, Dostojewski, Handke, Thomas Mann, Sophokles, Burroughs, Voltaire. Nun nahmen sie 2015 die Songs auf. Das Ergebnis ist  verblüffend! Und ausgesprochen reizvoll! Musikalische Wagnisse außerhalb ihres gewohnten Rahmens zuhauf. Oft ungewohnt dunkel, stilistisch von enormer Vielfalt, kommen mir nie für möglich gehaltene Assoziationen in den Sinn: Tinariwen! Wipers (Musik) goes Edel-Pop (Gesang)! Minimalistischer Avantgarde-Pop (entfernt Talk Talk meets Radiohead). Bluesig-multi-rootsig mit einer Prise Drama (und grandiosem Schluß!). Getragen-pochend entfernt a la Tom Waits. Pavement-Guitar-Sound. Experimenteller wie „klassischer“ Robert Wyatt. Lounge Lizards (Jazzeinfluß). Eine einsame faszinierend dräuende Ballade. Neuerer Scott Walker in zugänglicher. Anspruchsvoller Drama-Pop. Zerschossener Waits meets Egg und Brecht/Eisler… Zudem textlich z.T. außergewöhnlich! 15 Tracks, eine knappe ausgezeichnete Stunde!!!
 

 

 

Jeff Lynne´s ELO – Alone In The Universe

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LP oder CD

2015er Studio-„Comeback“, im Alleingang von Jeff Lynne (ELECTRIC LIGHT ORCHESTRA) eingespielt. Wie schon die neue Live-DVD finde ich auch das hier klar gelungener als erwartet. Irgendwas „Neues“ probiert er nicht, er recyclet sich gewissermaßen selbst, badet in warmem Pop-Wohlklang alter Zeiten (z.B. der Beatles), klingt ab und zu altmodisch-sentimental, ganz gern getragen und sehnsüchtig, teils auch ein wenig rockiger (gar relativ gitarrenbetont, etwas Druck), erinnert schon mal an Traveling Wilburys, George Harrison, Nilsson, Roy Orbison, kurz gar ruhigen Tom Petty… Keine Streicher-Overkills. Aber es gibt gute Songs, sogar exzellente, zuvorderst "When I Was A Boy" (super melodisch) oder das groovende "One Step At A Time!"  Empfehlung: Die Deluxe-Version, hier sind die (2) Bonustracks es wirklich wert, erstaunlich reduziert für ihn, 50er Jahre inspiriert, sogar eine Spur Rockabilly.
 

 

 

Tom Liwa mit Flowerpornoes – Umsonst & Draussen

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Do-LP oder CD

Tom Liwas Comeback nach Rückzug, es hat sich einiges aufgestaut (20 Tracks in 73 Min.). Die Qualität seiner Songs ist dieselbe, die Stimme hat nichts von ihrem Charme verloren, die Musik basiert meist auf E-Gitarre – mehrfach mit traumhaften kaum identifizierbaren Sounds einer Glissando-Gitarre wunderbar veredelt! Er bewegt sich zwischen sachtem poetischem Songwriter-Pop (hinreißend schön v.a. das leicht elegische "Kuya" (samt zweier Variationen) mit z.T. Verweisen zum ruhigen Neil Young oder dem angerockten Dylan, melancholischen Balladen, 60s-/zeitlosem Gitarren-Pop, reduziertem federndem Indie Pop, Classic Rock-Guitar- dezent psychedelischem „Dream Rock“ und einem 12-minütigem (auf Vinyl gar 20) sanft-balladesk bis gewagt frei (zwischen Crescendi und Kammermusik, kurz fast a la experimentelle leise Grateful Dead) agierendem Monster. Und dann sind da noch 5 sanfte/sachte Folk-Stücke (mal ein Hauch Appalachen) nur mit Ak.Gitarre und Banjo, z.T. sehr fein!
 

 

 

Joni Mitchell with Herbie Hancock – Bread & Roses Festival 1978

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nur CD

Bisher unveröffentlichte Radiomitschnitte 2er sehr besonderer Konzerte im Sept. 1978 nach 2 Jahren Live-Pause. Sound stereo, bis auf (bei einigen Tracks deutliches) Hintergrundrauschen ok. 7 Stücke, bis auf eines von Hejira und ein getragenes wunderschönes The Circle Game (mit Gesangsunterstützung von Odetta, Persuasions, Tom Paxton, Tim Hardin) alle von „Mingus“ (weit vor der LP!), solo akust. bzw. mit Herbie Hancock am Piano (The Dry Cleaner in 2 klar differierenden Fassungen a capella). Gesanglich oft enorm fordernd, anspruchsvoll (wie die Songs selbst) und z.T. brillant, bis in höchste Höhen, musikalisch meist ziemlich jazzig (mit und ohne Swing), teils komplex, ihre Gitarre schon mal fast experimentell, Hancock kongenial, keine simple Begleitung, sondern in Kommunikation mit der Stimme. Oft klingen die Versionen hier ganz anders als später auf der LP, schon im Charakter, teils mehr Bewegung und Kontraste, mindestens A Chair In The Sky und Goodbye Pork Pie Hat finde ich sogar definitiv besser! 38 Min., + 2 Bonustracks von ´87 mit Wayne Shorter und Hancock (kleine Band), u.a. ein schnelles tanzendes Hejira. Eins der semi-offiziellen Alben mit echtem Mehrwert!
 
  

 

 

Sonny Sharrock – Ask The Ages

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nur CD

Remastered Reissue - ein Klassiker! von 1991. Die letzte und tatsächlich beste LP des innovativen Gitarristen, der u.a. mit Miles Davis (Jack Johnson), Wayne Shorter, Don Cherry und schon 1967 mit Pharoah Sanders spielte – mit dem er hier wiedervereint ist,plus Charnett Moffett und ein großartiger Elvin Jones (der Coltrane-Drummer). Coltrane-Einfluß ist denn hier auch mehrfach, mehr oder weniger stark, zu hören (ca. 1964/65), ganz kurz auch der von Ornette. Fast alle der 6 Stücke bestechen durch herrliche zentrale Themen, beseelte Melodien, in 2,3 Fällen tief bewegend, Pharoah Sanders Sax schwingt sich manchmal zu glühenden explosiven Ausbrüchen/grandiosen Soli auf, die Gitarre deckt alles von feinst melodisch singend bis zu ekstatischen/noisigen Crescendi ab, klingt manchmal gar ein wenig nach freierem Santana, die Musik pendelt, neben einer wunderwunderschönen Ballade, zwischen fließend-swingenden bzw. nervös pulsierenden Mixes aus Avantgarde und avancierter Tradition, Free und Post Bop, letzterem in swingender Eleganz und 2x geradezu ergreifendem/erhabenem spirituellem Jazz. Ich mag nicht viele Gitarren-Jazz-Alben, das hier gehört unbedingt dazu. Ganz dicke Empfehlung!
 

 

 

John Mayall – Find A Way To Care

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nur CD

John Mayall 2015 - keine Experimente, die Stimme in Würde gealtert, sein Piano- und Orgel-Spiel hat Raum (und ist ausgezeichnet, auch die Soli, wohl strukturiert, kein Ton zu viel), ein paar Mal ergänzen Harmonica seinen Sound, die Bläser sind eher begleitender Natur. Groovend-rockender Modern Blues/R´n´B (als Basis/im Songwriting 50s-beeinflußt, im Sound auch schon mal eher ähnlich späten 60ern bzw. 70s, mal völlig zeitlos wirkend) sowie (teils fast purer) 50s/Chicago Blues, zwischendurch eine Prise Boogie/New Orleans und Brit- Blues der späten 60er. 5  Stücke sind Originale,7 Songs sind  Coverversionen  von u.a. Percy Mayfield und Lightnin Hopkins (gute Songs!), Muddy Waters + unbekannten Musikern.
 

 

 

Holly Golightly – Slowtown Now!

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LP oder CD

Holly Golightly wirft fröhlich und durchschlagskräftig alle möglichen Einflüsse durcheinander, effektiv und attraktiv, führt zusammen, was zusammen gehört (oder eigentlich auch nicht), z.B. dezenten Fuzz-Rock mit 60s Pop und ganz wenig Motown (klasse Song!), Folk mit Swing und R´n´B, alten Jazz mit altem Pop, ein wenig Morricone mit 50s/60s-R´n´B, veredelten Garage Rock mit einem Schuss altmodischen Pop-Appeal (ebenfalls exzellent!), kleine Prisen Chris Isaak und J.J. Cale, sie elektrifiziert Folk und reichert ihn über den Umweg 60s-Pop mit einem Hauch Rockabilly an,  sehr schön auch ansteckender R´n´B in eher entspannten Pre/Proto-Rock´n´Roll-Zustand und das melodische sachte vor sich hin tuckernde Forevermore, 2x erinnert mich ihre zeitlose groovende R´n´B-Verarbeitung an den Alex Chilton der 80er. Die Band mit 2 Gitarren wirkt gänzlich entschlackt, tendenziell ziemlich entschleunigt (ab und zu etwas beschwingt). Klar Retro, aber ohne, dass es unbedingt nach einer bestimmten Zeit klingt. So souverän!
 

 

 

Wilco – Star Wars

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LP oder CD

2015er,Wilco`s  bislang kürzestes Album, 11 (mit 1 Ausnahme) recht kompakte, konzentrierte, präzise Stücke. Sie wirken spontaner, rauher als zuletzt, Nels Clines Gitarre leistet glänzende Arbeit (bis hin zu ein paar kurzen ziemlich grellen bis beinahe noisigen Verdichtungen). Das Spektrum reicht von Neo- Glam gepaart mit Gitarren-Pop-Rock, einer Prise Lou Reed (Velvet Underground), radikal reduzierten oder mit David Bowie derselben Zeit gekreuzten Big Star, einer Art Post- Grunge, gewissen Iggy Pop-(Solo-)Ähnlichkeiten mit T. Rex- Einflüssen, zeitlosem recht sonnigem Gitarren-Pop, (Indie) Rock zwischen Melodie und Gitarren-Schärfe bis zur zeitgenössisch eingekleideten leicht psychedelisierten Beatles-Tradition (sehr sehr schön!) und dem schroffen Intro in Nähe früher Pere Ubu oder Captain Beefheart Sounds . Erfreulich, erfrischend song-orientiert!
 

 

 

Krokodil – Sweat And Swim

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nur 2LP

140g-Vinyl-Reissue im Klappcover.Original von 1973, damals in der „Sounds“ hoch gelobt, sind die Schweizer heutzutage ziemlich vergessen. Im Zentrum steht das 18-minütige Linger, das ganz zart beginnet, sich immer mehr hypnotisch verdichtet, die Gitarren werden teilweise von Flöten-Dominanz und sanftem Gesang abgelöst – ob man das jetzt Psyche, Prog-Rock oder Kraut nennt, ist egal. Später wird daraus ein Boogie-Guitar-Jam ähnlich Man (an die auch der leise Beginn erinnert). Ansonsten: Neben dem wunderbaren poetischen Kris Kristofferson- Cover-Song  Baby Dee (purer Songwriter-Country!) und einem langen Roots-Rocker viel Blues/R´n´B-Einfluß, gern in rockender/abziehender Form, mal lakonisch in Lou Reed-Nähe, auch kleinere  Psyche/Prog-Spritzerchen, Wah-Wah. Oft unterstützt eine Harmonica die Gitarren.
 

 

 

Delta Saints – Bones

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nur CD

Bluesig- (bzw. rootsig-) rockige Musik aus Nashville , so frisch, originell, eigen (zugleich zeitgenössisch klingend und der Wurzeln bewußt), wie es heute sehr selten geworden ist, manchmal eher guter intelligenter befreiter Indie Rock. Mehrfach in faszinierender dunkler, sinisterer Atmosphäre (fast spooky ), mit z.B. supergeiler Reverb- Gitarre. Man kann  das schon irgendwo Blues Rock nennen – aber abseits aller Klischees, mal in Richtung Jack White (Producer/ Mixer hier: Ed Spear) oder mal wie bluesige schwere  Led Zeppelin / Robert Plant- Stücke (Strange Sensation..). Anderswo  ein Hauch Black Keys respective  Afro-Blues und New Orleans mit old-time-Feeling. Rhythmisch fein zum Teil mit etwas komplexeren Grooves. Stücke wie Sometimes I worry, Butte La Rose, Dust sind einfach klasse!
 

 

 

Miles Davis – At Newport 1955-1975/Bootleg Series Vol. 4

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4CD-Box

5 Stunden, großteils unveröffentlichtes Material (außer den Stücken von  1958, die 3 Tracks von ´69, einer von ´55). 1955: Nur 3 Stücke, mit Thelonious Monk und Gerry Mulligan, „konventioneller“ als später, aber reizvoll. 1958: In der „Kind Of Blue“-Besetzung (1 knappes Jahr davor, stilistisch (nicht immer) ähnlich, rasend bis mid-tempo swingend, komplett andere Stücke), ein großartiger Coltrane in Highspeed und  exquisit! 1966 und 1967: Deshalb lohnt sich alleine schon die ganze Box! Im klassischen Quintet mit Shorter, Hancock & Co, oft sehr schnell/gehetzt, manchmal fast so etwas wie allen Konventionen enthobener/befreiter BeBop. Enormes Feuer! Der (teils nervöse) Swing streift gar schon mal freies Puls-Spiel. Balladen voller Autorität, Substanz und Klasse. Klassiker wie Stella By Starlight, Round Midnight und (von Kind Of Blue) All Blues. So What klingen massiv verändert, verschärft, weit „offener“. Wow! 1969: Ein elektrisierendes Pre-Bitches Brew-Power-(Groove-)Paket. 1971: 80 Min. lang, non-stop. Mit Keith Jarrett (great!!), Gary Bartz. Deutlich anders als die vielen ´70er Aufnahmen, gern fantasievoll verspielt/differenziert, der Groove z.T. langsam/kontrolliert (oder komplexer), einige Ruhephasen, aber auch gnadenlos abziehend (oder wunderschön, beinahe spirituell). Cellar Door-Sessions ähnlich. Grandios! 1973: Mit Dave Liebman. Ein oft unglaublich intensives, messerscharfes, (über)kochendes, partiell wildes/brennendes bis kurz ziemlich freies (funky) Groove-Fest mit leiseren/atmosphärischen Einsprengseln. Überwältigend! 1975: Nur 1 kürzeres buntes/perkussives Stück. Insgesamt: Ein wahrer Schatz, ein Muß in meinen Ohren! Mit 34-Seiten- Booklet plus Poster.
 

 

 

Beach House – Depression Cherry    

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LP oder CD

2015er Album des US-Acts. Wie  zuvor ein den Hörer umhüllender Wohlklang, eine modernere Form von Dream Pop. Wobei die Sängerin (genretypisch hallverstärkt)und deren Melodien im Zentrum stehen. Kraftvoll begleitet mal die Orgel/Keyboards (z.T. kalt und glitzernd), mal die Gitarre (seltener, bzw. nur phasenweise, dafür mit so einigen tollen gleißenden/ slidenden Sounds ) im Vordergrund; oder gleichgewichtet. Ab und zu leicht oder etwas stärker dunkel gefärbt, oft relativ getragen, sporadisch eine kleine Prise Shoegazer-, Psychedelic- Einfluß, einige etwas längere Stücke. Und wie schon früher hatte ich 1,2 Mal die Assoziation „Cocteau Twins in upgedatet“.
 

 

 

Jimi Hendrix – Freedom: Atlanta Pop Festival

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2 LP oder 2CD

Offizielles 15er Release von Sony Legacy, also best-möglicher Sound.Live vom Mega-Festival am 4.7.70, die „Cry Of Love“-Band (Billy Cox, Mitch Mitchell). Einen Teil gab´s, ewig nicht mehr erhältlich, auf der raren Stages-Box und dem Atlanta-Video. Teils ganz schön wüst/wild (Spanish Castle Magic, v.a. das Solo, Fire, Purple Haze), teils sehr konzentriert (Red House, Hey Joe, top!), mal viel Zug drin (All Along The Watchtower, das scharfkantige damals neue Straight Ahead) bzw. gar mächtig abziehend (Stone Free, beschleunigt, klasse sehr lineares längeres trocken-straightes Solo; ein Highlight!). Superb das 9-minütige Hear My Train A Comin´, 2 lange immens inspirierte, ungewöhnlich „weiche“ fließende Soli, Lover Man kommt extrem agil, fast brennend, Room Full Of Mirrors irgendwie mit kleinem Country-Touch (!), Star Spangled Banner noch greller, abgefahrener als sonst, kurz explodierend. Plus Message To Love, Foxy Lady, Freedom, ein ausnehmend kraftvolles relativ kompaktes Voodoo Chile. Lang und lohnend!
 

 

 

Keith Jarrett/Charlie Haden/Paul Motion – Hamburg '72

2

nur CD

14er Release auf ECM, unveröffentlichtes Radiokonzert ‘72 für den NDR, remixed von den Originaltapes, guter Sound. Man kann zum späteren berühmt-berüchtigten Kassenschlager Köln Concerts stehen wie man will, was er hier macht, ist die große Kunst des Piano-Trios. Eine Weltklasse-Truppe (ganz selten im Studio aufgenommen, öfters aber mit Dewey Redman im Quartett) in ungeheuer inspiriertem traumwandlerischem finessenreichem teils klasse feinziseliertem großartigem Zusammenspiel. Höchst variabel, spannend, erstaunlich freigeistig oft, aufregend geradezu. Ihre Virtuosität steht stets im Dienste der Musik. Suchendes tastendes bis hoch poetisches gar romantisches Spiel, swingender (Post) Bop (z.T. komplexerer Natur), diverse freie Elemente/Phasen samt feuriger Steigerungen, mal ein Groove oder hypnotischer Drive, kammermusikalische Ruhephasen, sogar kurz Folkeinfluss. Jarrett spielt 2x Sopran-Sax (u.a. im schnellen spritzigen Peace For Ornette, das tatsächlich an den erinnert), 1x Flöte. Grandios, teils wunderschön: Song For Che. 56 brillante Minuten, eine dicke Empfehlung!
 

 

 

Madeleine Peyroux – Keep Me In Your Heart For A While – The Best Of

2

nur
Doppel-CD

Madeleine’s erste (108-minütige) Best Of mit 27 Tracks der so wunderbaren Sängerin, die gerne mit Billie Holiday verglichen wird (ja, stimmlich mehrfach ähnlich, ein paar Mal sogar stilistisch, zudem sind hier 2 von ihr bekannte Songs dabei). Sie hat eh ein Faible für die alte Zeit, die 40er, 50er, gar 30er, covert diverse Stücke von damals (z.B. Johnny Mercer, W.C.Handy, Buddy Holly), aber auch Randy Newman, Warren Zevon (einzig neuer Song hier, ansonsten sind alle 6 Alben vertreten), Leonard Cohen, Bob Dylan, Elliott Smith. Der Rest ist eigenes Material, co-komponiert mit u.a. Larry Klein (mehrfach, der Produzent/Ehemann von Joni Mitchell), Bill Wyman, Walter Becker (Steely Dan). Viele Tracks beziehen ihre Inspiration aus dem Jazz der 40er/50er (nicht unbedingt den meist relativ sparsamen Sound, vorwiegend leichtfüßiges bis fast schwebendes (E-)Piano und/oder (manchmal feinst flirrende) Orgel trifft Ak.- oder E-Gitarre, seltener Sax oder Geige/Streicher bzw. Vibrafon), angereichert mit Blueseinflüssen und einer Art Edel-Pop-Appeal, late-night-Jazz-Balladen inklusive, teilweise wirkt’s jedoch eher zeitlos als old-fashioned; andere lassen delikate sachte Americana-Tendenzen erkennen bzw. eine Art Folk-Jazz (schon mal Annäherungen an Joni oder Fred Neil). Natürlich viele Balladen. Hinreißende Interpretationen sind dabei, und das grandiose Standing On The Rooftop klingt völlig eigen. Viele superbe Musiker: Greg Cohen, Marc Ribot, Larry Goldings, Allen Toussaint, James Carter, Meshell Ndegeocello, Leon Parker, Dean Parks, Jay Bellerose… Für alle, die ihre Alben nicht eh schon haben, eine dicke Empfehlung!
 

 

 

V.A. – Black Fire! New Spirits

2

Doppel-CD oder
3LP-Set

Neues auf Soul Jazz, somit Qualität garantiert – und was für eine! Begleitalbum zum Buch gleichen Namens. Material von 1969-82 (+ Yusef Lateef von ‘57), das, was heute „Deep Jazz“, „Spiritual Jazz“ (oder hier: Radical Jazz) genannt wird. Im Zentrum stehen eine ganze Reihe superber spirituell angehauchter Stücke von freilich völlig unterschiedlichem Charakter: Sehr schön lose, mit ganz feinem/intelligent-zwingendem Groove und etwas Afrika (Don Cherry), Lateinamerika (Grachan Moncur, in großer Besetzung) bzw. plus brennendem enorm intensivem freiem Einschub à la Pharoah Sanders (Tyrone Washington); langsam tropfend, total spannend, absolut hypnotisch, Gospel-Einfluß, großartige Sax/Vocals (Archie Shepp + Jeanne Lee, fantastisch!!); wunderbar kraftvoll-federnd, hoch-inspiriert, eine Prise Coltrane meets Afrika (Creative Art Ensemble); ein bestechendes poetisches Bass-Flöte-Duo, Folk-Jazz-Elemente (Lloyd McNeil/Marshall Hawkins). Daneben gibt es diverse rhythmisch packende/groovende Tracks, funky im besten Sinne, ob dicht, intensiv und scharf (Richard Davis), Drums pur (Pheeroan AkLaff) oder schön vertrackt/polyrhythmisch (Harold McKinney sowie Doug Hamond feat. Steve Coleman, M-Base-Vorläufer). Und balladesk-substanziellen Post Bop (Joe Henderson), repetitiv-afrikanische Sounds (David Lee), soagr Funk mit Raps (Last Poets). Auffällig: Mehr Flöte und Vocals (5x) als üblich. Ein tolles Set, große Empfehlung!
 

 

 

Scott Walker + Sunn O))) – Soused

2

CD oder
Doppel-LP

Neues von 2014. Die Kombination hat sich irgendwie angeboten. 2 völlig kompromisslose Acts jenseits aller Konventionen. Doch: Heraus kommt nicht so schwere, zerschossene Kost wie bei den beiden Vorgängern. Aber, natürlich, nach wie vor ganz extreme, radikale. 5 lange Stücke (9-12 Min.), die anders als zuletzt Soundideen auch für längere Phasen stehen lassen – nicht ohne sie dann doch oft abrupt verschwinden zu lassen, mit impulsiven Attacken. Klar beherrschend Walkers Vocals (gedehnt-theatralisch, massiv stilisiert, manchmal liturgisch anmutend oder opernhaft, barmend, nackt, Drama) und Sunn O’s Gitarren: Immer wieder dunkel brummend-sägend-dröhnende Flächen, manchmal wirken diese Drones dabei beinahe kontemplativ, anderswo sehr bedrohlich; teils schießen sie verzerrt urplötzlich langsam aufgebaute Stimmungen regelrecht ab; oder erinnern an gleißende Orgeln, flirren unwirklich. Hinzu kommen reichlich undefinierbare hohe Sounds, erzeugt von Bläsern, Synthies/Electronics und wohl wiederum verfremdeten Gitarren, die u.a. an Wale, Vögel, Echolot erinnern, und (teils bearbeitetes) Schlagwerk. Rhythmen tauchen auf und verschwinden wieder, oder überlagern sich, kaum merklich. Im Wechsel hören wir Dramatik und getragene Theatralik, komplette Düsternis, „Doom“, dräuende wie grelle aufschreiende Klänge, regelrecht sakrale, schnell vibrierende, schwebende, glitzernde. Und die Stimme geht, anders als zuletzt, aufs Beeindruckendste voll aus sich heraus! Post Punk-Sprengsel klingen überraschend (halbwegs) „konventionell“ (einige harte/schroffe/wuchtige Parts gemahnen an die Swans!), ebenso wie schleifender Avantgarde-„Rock“ (für Momente), auch an Industrial oder Residents dachte ich kurz. Ich bin nicht immer in der Stimmung für sowas, aber wenn, dann wirkt diese Musik total faszinierend! Große Empfehlung für offene Geister.
 

 

 

John Mellencamp – Plain Spoken

2

CD oder LP